Wien. Die "beispiellose Hetzkampagne nach dem sogenannten 'Babykatzengate'" hat den Grünen Parlamentsklub dazu veranlasst, die Autorin Stefanie Sargnagel zu einer Lesung ins Parlament einzuladen. Mittwochabend war es so weit und die Grüne Wissenschaftssprecherin Sigi Maurer begrüßte die 31-jährige Trägerin des Publikumspreises des Bachmannpreises 2016 vor rund 150 Gästen.

Wegen eines satirischen Reisebericht, den Sargnagel und zwei weitere Autorinnen nach einer Marokko-Reise (die der Bund mit einem Reisestipendium unterstützt hatte) im "Standard" veröffentlicht hatten, habe "ein Mob von alten weißen Männern und Sympathisanten der FPÖ versucht, Sargnagel mundtot zu machen", so Maurer eingangs. "Und da haben wir uns gedacht: dann laden wir sie erst recht ein." Zum einen verstehe man das als Solidarisierung nach einer "frauenverachtenden Kampagne", zudem setzten die Grünen sich auch seit Langem gegen Hasspostings im Internet ein. Losgetreten wurde der virtuelle Shitstorm nach Berichten in der "Kronen Zeitung", die sich über den "Steuergeld-Kifferurlaub" sowie über die Schilderungen von Alkoholkonsum und dem Treten von Babykatzen empörte.

Die gut gelaunte, aber gesundheitlich etwas angeschlagene ("Ich hör' nix am rechten Ohr") Stefanie Sargnagel, die im bürgerlichen Namen Sprengnagel heißt, begrüßte zu ihrer "ersten von einer Partei initiierten Lesung". Sie habe kurz überlegt, ob sie zusagen sollte, "aber eigentlich lese ich überall, wo ich Geld bekomme", so die Autorin unter dem Gelächter des Publikums. "Außerdem habe ich sicher schon einmal grün gewählt und manchmal esse ich auch bio, obwohl es mir nicht immer schmeckt."