Die positiven Effekte von Meditation auf psychische Erkrankungen sind wissenschaftlich belegt. Diese Erkrankungen treten oft zum ersten Mal in der Pubertät auf: 75 Prozent beginnen vor dem 25. Lebensjahr, und die Hälfte bis zum 16. Lebensjahr. Mit früher Interventionen kann vorgebeugt werden, so das britische Gesundheitsministerium.

90 Prozent der Kinder und Jugendlichen an der Vienna International School sind Teil der internationalen Community. Viele der Eltern arbeiten für die Vereinten Nationen. Manche sind noch nicht lange in Österreich, die Unterrichtssprache ist Englisch. Neonröhren, grüner Plastiklaminat, die Kids tragen Converse und Kapuzenpulli: Auf den ersten Blick wirkt die Vienna International School nicht wie eine Eliteschule, in der sich das Schulgeld auf 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr beläuft.

In Schulen wie dieser lasten hohe Erwartungen auf den Schultern der Kinder. "Gute Noten sind ein Muss, es wird oft erwartetet, dass sie studieren", sagt Evitt. "Das sind ganz normale Kinder und Jugendliche", sagt Direktor Peter Murphy. "Sie haben aber das Glück, dass in Haushalten mit Büchern und mit Eltern aufwachsen, die sich wünschen, dass ihre Kinder ein glückliches und erfolgreiches Leben führen."

Erfolg durch Leistung

Wenn Direktor Murphy an einem Freitagabend um 21 Uhr das Schulgebäude verlässt, trifft er manchmal auf Schülerinnen, die an einem Projekt arbeiteten. "Das wäre mir als Schüler im Leben nicht eingefallen", sagt Murphy.

Die Arbeit wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr – auch an den Schulen. Mitschuld sind die neuen Medien. An der Vienna International School haben alle Volksschulkinder i-Pads, ab der 4. Klasse hat jede Schülerin und jeder Schüler einen Laptop. Alle Unterlagen sind online verfügbar.

"Wir dachten, Technologie würde unser Leben vereinfachen. In Wirklichkeit hat sich das Arbeitspensum verdoppelt", sagt Murphy. Seine Karriere begann er vor 38 Jahren als Lehrer in Großbritannien, später hat er eine Internationale Schule in Bonn gegründet. Seit sieben Jahren ist er Direktor der Vienna International School in Wien. Bei seinem Amtsantritt in Wien bat er die Lehrerschaft, am Wochenende lieber keine E-Mails zu versenden. Dass ihnen Schülerinnen und Schüler um 22 Uhr 30 SMS mit Fragen zur Hausübung schicken, kommt trotzdem vor.

Auch der Schulalltag des Direktors hat sich radikal gewandelt: Während er an Schulen fast täglich Rangeleien auflösen musste, finden die Kämpfe heute im Internet statt: Cyberbulling, also Mobbing im Internet, lässt sich schwerer verfolgen als Faustkämpfe am Pausenhof. All diese Dinge verursachen Stress, auch bei den Lehrerinnen und Lehrern.

"Wir dachten, Technologie würde unser Leben vereinfachen. In Wirklichkeit hat sich das Arbeitspensum verdoppelt", sagt Peter Murphy, Direktor der Vienna International School. - © Luiza Puiu
"Wir dachten, Technologie würde unser Leben vereinfachen. In Wirklichkeit hat sich das Arbeitspensum verdoppelt", sagt Peter Murphy, Direktor der Vienna International School. - © Luiza Puiu