Wien. Am 3. Mai startet mit den Klausuren in Deutsch die heurige Zentralmatura. Neben den allgemeinbildenden (AHS) und den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) erstmals mit dabei sind die Kandidaten bei der Berufsreifeprüfung. Die Matura selbst wird nicht mehr vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), sondern vom Bildungsministerium abgewickelt.

Die schriftliche Maturasaison zieht sich dabei über zwei Wochen: Nach Deutsch folgen Englisch (5. Mai), Französisch (8. Mai), Spanisch (9. Mai), Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch als Unterrichtssprache an den Minderheitenschulen (ebenfalls 9. Mai), (Angewandte) Mathematik (10. Mai), Italienisch (11. Mai) und als Abschluss Latein und Griechisch (jeweils am 12. Mai).

Premiere für BRP

An 342 AHS findet die Zentralmatura bereits zum dritten Mal flächendeckend statt, an 325 BHS zum zweiten Mal. Eine Premiere feiert sie dagegen für die Kandidaten bei der Berufsreifeprüfung (BRP).

Die seit 20 Jahren bestehende BRP ist für Kandidaten mit Berufserfahrung im zweiten Bildungsweg konzipiert und besteht aus vier Teilprüfungen, die - anders als die Matura an den AHS oder BHS - im Regelfall aber nicht auf einmal, sondern modulartig absolviert werden. In Deutsch muss dabei sowohl schriftlich (Zentralmatura) als auch mündlich maturiert werden, in Mathematik nur schriftlich (Zentralmatura), in einer lebenden Fremdsprache entweder schriftlich (Zentralmatura in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch) oder mündlich sowie im sogenannten Fachbereich mit einer schriftlichen Klausurarbeit (keine Zentralmatura) oder mit einer Projektarbeit inklusive Präsentation/Diskussion. Ebenfalls verpflichtend im Fachbereich ist eine mündliche Prüfung. Höchstens drei Teilprüfungen dürfen an einer Erwachsenenbildungseinrichtung abgelegt werden, eine muss an einer Schule abgenommen werden.

Deutsch für alle Kandidaten gleich

Wirklich für alle Kandidaten gleich ist nur die Matura im Fach Deutsch. Ansonsten gibt es je nach Schulform bzw. nach Lerndauer einer Fremdsprache unterschiedliche Klausuren.

Insgesamt treten im Fach Deutsch (in dem alle verpflichtend schriftlich maturieren müssen) knapp 46.000 Kandidaten an, 4.000 davon im Rahmen der Berufsreifeprüfung. Über alle Klausurfächer gerechnet werden knapp 122.000 Prüfungen zentral abgewickelt, für die 261.000 Aufgabenhefte bereitgestellt werden. Inklusive Ersatzheften ergibt das knapp fünf Millionen Druckseiten.

Wer auf die schriftliche Matura einen Fünfer bekommt, hat die Möglichkeit zur Ablegung einer Kompensationsprüfung am 30. bzw. 31. Mai. Bei diesen (in den Zentralmatura-Fächern ebenfalls zentral vorgegebenen) mündlichen Prüfungen kann der "Fleck" ausgebessert werden. Ausnahme ist die BRP: Dort ist eine Kompensationsprüfung nur in Mathematik möglich (weil in Deutsch ohnehin auch mündlich maturiert werden muss und in Englisch die Wahl zwischen schriftlich und mündlich besteht).

Nach den Kompensationsprüfungen melden die Schulen die Ergebnisse an das Bildungsministerium. Dieses veröffentlicht sie in den wichtigsten Fächern dann Ende Juni.

Keine größeren Änderungen gibt es durch die erstmalige Abwicklung der Matura durch das Bildungsministerium selbst. Dazu wurde das Bifie in das Ministerium eingegliedert, der dortige Zentralmatura-Departmentleiter ist nun weiter im Ministerium für die Materie verantwortlich.