Wien. Die Grünen haben am Mittwoch deponiert, dass sie gegen jegliche Zugangsbeschränkungen an den Universitäten sind. Bundessprecherin Eva Glawischnig kündigte "massiven Widerstand" gegen die von der Regierung angedachten Verschärfungen beim Uni-Zugang im an.

Mit Zuversicht scheint man allerdings an den Universitäten selbst auf die neue Unifinanzierung inklusive der Studienplatzbewirtschaftung zu warten. In einer Verhandlungsrunde von Rektoren und Vertretern von Wissenschafts- und Finanzministerium soll am Mittwoch ein wesentlicher Schritt vorwärts gelungen sein. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Oliver Vitouch, zur "Wiener Zeitung".

In der zweiten Aprilhälfte habe es eine punktuelle Verhandlungskrise gegeben. Das sei aber nicht verwunderlich, weil Verteilungsmodelle immer eine heikle Sache seien. "Ich würde aber nach der heutigen Runde behaupten, dass wir bei der Finanzierung einen großen Schritt weiter sind und gehe jetzt davon aus, dass das vorliegende Finanzierungsmodell die Qualität des Studiums für einen Großteil der Studierenden spürbar und nachhaltig verbessern wird", sagte Vitouch, der allerdings darauf verwies, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien und daher noch nichts in Stein gemeißelt sei.

Der uniko-Präsident hob besonders hervor, dass dies auf der Basis der Erhöhung des Uni-Budgets um die in Aussicht gestellten 1,35 Milliarden auf 11 Milliarden Euro für die Leistungsperiode 2019 bis 2021 basiere. Darin seien nämlich auch 510 Millionen als Baustein für die Studienplatzbewirtschaftung beinhaltet, ohne die dieses Projekt nicht umsetzbar wäre.

Vitouch zeigte sich erfreut darüber, dass die Einwände der Rektoren in einer früheren Verhandlungsrunde jetzt berücksichtigt seien. Da geht es um einen Ausgleich bei der Finanzierung zwischen großen und kleinen Unis und zwischen verschiedenen Spartenunis (WU, TU, VetMed).

Der Fahrplan lautet: Ministerialentwurf bis Anfang Juni, Gespräche mit dem Koalitionspartner bereits im Mai. Dort könnten sich aber noch Hürden auftun, schließlich will die SPÖ beim Gesamtkomplex Unifinanzierung Neu vor allem auch die Frage der sozialen Dimension berücksichtigt wissen. Es geht einerseits um eine Verbesserung des Stipendiensystems, wobei man mit den dafür vorgesehenen 25 Millionen Euro mehr noch unter der Valorisierung der seit 1999 nicht mehr erhöhten Stipendien wäre. Außerdem geht es der SPÖ aber auch um eine bessere Durchlässigkeit. Wie die Zahlen der Statistik Austria zeigen, spielt der Bildungsabschluss der Eltern bei den Maturanten eine große Rolle - die Matura wiederum ist Voraussetzung für das Studium. Für Vitouch ein Grund dafür, dass man bei der Durchlässigkeit im Schulsystem beginnen muss, nicht erst am Ende der Pipeline.