"Kreativität", sagt ein Schüler, "sich selbstbewusst seiner Stärken bewusst sein", ein anderer. "Offen sein für Alternativen", "Lösungsorientierung", "alles, was man tut, mit Begeisterung zu machen": Auf die Frage ihres Lehrers Wolfgang Wieland, was Entrepreneurship alles umfasst, fallen den Schülern und Schülerinnen einer zweiten Klasse der HTL Donaustadt jede Menge Antworten ein. Längst beschränkt sich die Vermittlung von Unternehmergeist nicht mehr nur auf die Handelsakademien. Auch an technischen weiterführenden Schulen hat Entrepreneurship Einzug gehalten.

Das Interesse an Verkaufstechnik ist groß

Wieland bietet an der HTL Donaustadt für alle neun Maturaklassen einen Freigegenstand an, in dem er Selling Skills, also Verkaufstechniken, und Vertriebsmanagement vermittelt. Das Interesse ist groß: Rund 100 Schüler und Schülerinnen haben sich angemeldet. Sie kommen dabei vor allem auch in Kontakt mit namhaften Managern aus der Wirtschaft. An den Handelsakademien gebe es eine Ausbildungsinitiative namens Entrepreneurship, erklärt Wieland. Das gebe es zwar als solches etikettiert an den technischen Schulen nicht, doch Dinge wie Kunden- oder Serviceorientierung würden ab der ersten Klasse vermittelt. Natürlich stehe die Fachausbildung im Vordergrund, aber Unternehmergeist spiele ebenfalls eine wichtige Rolle, um die Schüler gut auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

Torsten Egert will einmal im Bereich Netzwerktechnik oder Programmieren arbeiten. - © Luiza Puiu
Torsten Egert will einmal im Bereich Netzwerktechnik oder Programmieren arbeiten. - © Luiza Puiu

Die Vermittlung von unternehmerischem Spirit hat nicht in erster Linie das Ziel, dass sich die Schüler gleich nach der Matura selbstständig machen. Er im Gegenteil. "Wir raten eher dazu, zunächst einmal ein paar Jahre in einem Betrieb zu arbeiten, auch das ist ein wichtiger Lernprozess", so Wieland. Ganzheitliches Denken, Ideen umsetzen, Evaluation, Kundenorientierung: "diese Kompetenzen braucht man auch in Firmen. Absolventen, die das mitbringen, sind auch als Mitarbeiter begehrt."

"Es geht darum, das Beste für sein Unternehmen zu tun"

Torsten Egert ist 16 Jahre alt und besucht den HTL-Zweig Informatik. Ihm schwebt eine Laufbahn im Bereich Netzwerktechnik oder Programmieren vor. Darüber, ob er als Angestellter oder selbständig arbeiten will, hat er sich noch keine Gedanken gemacht. Entrepreneurship werde in jedem Fall gefragt sein: "Es geht darum, das Beste für sein Unternehmen zu tun und das umzusetzen, was der Kunde will." Der Traum seines Klassenkollegen Mert Hasyalcin ist es, eines Tages eine eigene Computerfirma mit Angestellten zu haben. Er weiß aber, dass es bis dahin ein langer Weg ist. "Zuvor möchte ich in einer Firma noch Erfahrungen sammeln." Er findet es gut, dass die Lehrer an der HTL Donaustadt "uns auch beibringen, wie man unternehmerisch denkt, wie man im Team arbeitet, wie man Dinge präsentiert".