Wien. (jm) Angesichts eines zu erwartenden Dreikampfs zwischen Christian Kern, Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache um die Kanzlerschaft könnte eine Dynamik einsetzen, die den Oppositionsparteien generell und den Neos im Speziellen schadet. Davon wollen sich die Pinken aber nicht unterkriegen lassen. Auch nicht davon, dass sich die Liste von ÖVP-Obmann Kurz mit dem Label "Neue Volkspartei" im Wahlkampf als Bewegung inszeniert.

Als solche sind die Neos mit fünf Prozent ins Parlament eingezogen. Viel Luft zur Vier-Prozent-Hürde ist da nicht. Die Neos seien aber im Gegensatz zur ÖVP unter Kurz wirklich eine Bewegung, die dazu über Wirtschaftskompetenz verfüge, so Neos-Chef Matthias Strolz, der am Mittwoch sein neues Buch vorgestellt hat.

Österreich an Wendepunkt


"Mein neues Österreich - Heimat großer Chancen" heißt das Buch, in dem Strolz seine Vision einer freien Chancengesellschaft skizziert. Jeder soll demnach die Möglichkeit haben, aus eigener Kraft voranzukommen. Österreich stehe bei der Wahl an einem Wendepunkt, "und es werden die Bürger sein, die jetzt Richtung geben".

Erwartungsgemäß finden sich die Neos-Kernthemen wie Bildung, Unternehmertum, Steuern und Europa im Buch wieder, mit denen die Pinken auch den Wahlkampf bestreiten werden. Dass die Neos bei einem Kanzlerduell Kern-Kurs-Strache untergehen können, fürchtet Strolz nicht. Laut Umfragen wird es knapp. Zweckoptimismus also? "Es ist Optimismus", sagt Strolz. "Die Wahl wird die Frage aufbringen: Brauchen wir mehr Nationalismus, mehr Ideologie oder mehr Optimismus?" Die Neos würden für Optimismus stehen.

Heute, Donnerstag, hält Strolz seine Grundsatzrede zur Nationalratswahl im Platinum Vienna. Puls 4 überträgt diese ab 19 Uhr "live-zeitversetzt".