Rätselraten
um Flugticket nach Paris

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz legte schließlich ein Dokument vor, wonach ein Flugticket für Koziol zu den Abschlussverhandlungen nach Paris mit Eurofighter mit der Kreditkarte von Erwin Jeloschek, einst Leiter der Taskforce Luftraumüberwachung, bezahlt worden sei. Dies sei nötig gewesen, da die Reise extrem kurzfristig angesetzt gewesen sei, argumentierte Pilz. Seine These: "Eurofighter konnte nicht rechtzeitig liefern und musste, bevor der damalige U-Ausschuss einen Grund für einen Ausstieg aus dem Vertrag findet, einen Vergleich schließen."

Dieser Argumentation schloss sich der FPÖ-Abgeordnete Walter Rosenkranz an: "Eurofighter ist der Angstschweiß auf der Stirn gestanden. Wären die Lieferschwierigkeiten ans Licht gekommen, hätte das dem Ruf des Unternehmens weltweit geschadet", sagte er im Anschluss der Befragung zur "Wiener Zeitung".

Darabos sei "naiv und dilettantisch" in die Verhandlungen gegangen und dem gesamten Unterfangen politisch nicht gewachsen gewesen. Dass er der Republik wissentlich schaden wollte, glaubt Rosenkranz jedoch nicht. Auch die Frage, warum Darabos sich nur auf den rechtlichen Beistand Koziols verließ, der ein "Theoretiker und kein erfahrener Verhandler" sei und keine anderen Berater hinzuzog, beschäftigte die Abgeordneten. Darabos begründete dies damit, dass Koziol "der Beste" gewesen sei.

Am Freitag
folgen Meinhart und Hofer

Koziol selbst stand dem Ausschuss am Nachmittag Rede und Antwort. Er betonte gleich zu Beginn, dass es keine Einflussnahme auf die Richtung des Gutachtens gegeben habe. Koziol sieht den Abschluss des Vergleichs mit EADS nach wie vor als beste Lösung. Denn die vertragliche Möglichkeit eines Ausstiegs wäre seiner Ansicht nach fast so teuer gekommen wie die vollständige Anschaffung der Flugzeuge.

Am Freitag sind der EADS-Berater Lukas Meinhart, dessen Naheverhältnis zu Koziol wiederholt thematisiert wurde, und Karl Hofer, Mitglied der Bewertungskommission im Verteidigungsministerium, im Ausschuss geladen. Der frühere Geschäftsführer der Eurofighter GmbH, Aloysius Rauen, hatte abgesagt. Norbert Darabos könnte aufgrund einiger offener Fragen eine zweite Einladung in den Untersuchungsausschuss erhalten.