Wien. Vier Stunden lang wurde Georg Schmidt, früherer Bundesheerpilot und Lobbyist, dem gute Kontakte zur ÖVP nachgesagt werden, am Mittwoch im Eurofighter-Untersuchungsausschuss befragt. Der Befragung zu folgen, zehrte an den Nerven. Schmidts Antworten gestalteten sich ausufernd, an vieles konnte er sich nicht mehr erinnern.

Er sei kein "EADS-Lobbyist", wenn, dann sei er ein "Lobbyist der Landesverteidigung", stellte er gleich zu Beginn klar. Er schwärmte vom Eurofighter Typhoon als dem "weltbesten Kampfflugzeug", deshalb sei es sein Ehrgeiz gewesen, dieses Produkt nach Österreich zu holen. Mit Politikern oder Beamten, die mit der Beschaffung der Eurofighter zu tun hatten, habe er jedoch nie ein Wort gesprochen, gab er an. Dass aus Unterlagen hervorgehe, er sei ein Verbindungsmann zur ÖVP, sei ihm völlig "rätselhaft".

Er habe "Tipps gegeben, wo immer es ging". Welche Beratungsleistungen er für seine EADS-Kontaktleute Klaus-Dieter Bergner, Wolfgang Aldag und Alfred Plattner genau erbracht hatte, konnte er jedoch nicht sagen. Mit EADS habe es jedenfalls nie einen Beratervertrag gegeben. Vertraglich war Schmidt seinen Angaben zufolge nur über seine frühere Firma "IT-Solutions" mit EADS verbunden, die Software an das Unternehmen lieferte. Daraus, dass er mit seiner Firma an den Gegengeschäften profitieren wollte, machte er keinen Hehl. Er habe auf ein Prozent der Gesamtsumme von 40 Millionen Euro gehofft, geworden seien es aber nur 1,4 Millionen Euro, sagte Schmidt. Welche Leistungen er dafür erbracht hatte, konnte er nicht sagen.

Die fehlende Auskunftsbereitschaft Schmidts führte bei den Abgeordneten zunehmend zu Gereiztheit. Nicht einmal daran, wer als stiller Gesellschafter acht Millionen Euro in seine Firma "IT Solutions" einbrachte, konnte er sich erinnern. Nur daran, dass Plattner den Kontakt hergestellt habe.

"Der lügt die ganze Zeit. Seine Taktik ist es, ewig herumzureden, alle zu verwirren, und dann ist die Zeit vorbei", sagte Neos-Abgeordneter Michael Bernhard sichtlich entnervt zur "Wiener Zeitung" in einer kurzen Pause. Auch der Vorsitzende des U-Ausschusses, der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP), verlor zwischendurch die Geduld und meinte angesichts ausufernder Antworten zu Schmidt: "Hören’s bitte auf, Gschichtln zu drucken." Eine klare Aussage lieferte Schmidt jedoch zu dem vom ehemaligen Verteidigungsminister Norbert Darabos abgeschlossenen Vergleich: "Der Zivildiener" sei ein "Schwächling" und über den Tisch gezogen worden. Bei EADS hätten danach die "Sektkorken geknallt", ein "Superprojekt" sei aber "kaputtgemacht" worden.