Um weniger medienwirksame Abschiebungen (1219 bis Ende Mai) durchführen zu müssen, setzen BMI und BFA auf freiwillige Rückkehrer. Diese erhalten bis zu 370 Euro und die Reisekosten. Bei der Ausreise in bestimmte Staaten wie etwa Nigeria sogar bis zu 500 Euro. In den ersten fünf Monaten entschlossen sich 1855 für eine freiwillige Rückkehr. Um die Ausreise noch schmackhafter zu machen, stellte Innenminister Wolfgang Sobotka Ende März die Kampagne "1000 Euro für 1000 Personen" vor. Demnach sollen die ersten tausend freiwilligen Rückkehrer jeweils 1000 Euro bekommen, Familien können maximal 3000 Euro in ihr Herkunftsland mitnehmen.

Geld nicht für alle

Es gibt jedoch einige "Ausschlussgründe". So erhalten etwa Staatsangerhörige aus Westbalkan-Ländern nur 50 Euro. Asylwerber, die ausreichend Eigenmittel besitzen oder bereits eine Unterstützungsleistung bezogen haben, haben keine Chance auf den Bonus. Außerdem gilt das "Angebot" nur für jene, die sich vor dem 15. März 2017 im Asylverfahren befunden haben. Laut BMI wurden bisher rund 400.000 Euro ausbezahlt - 40 Prozent des Kontingents.

Bei der Rückkehrhilfe der Caritas ist die Zahl der Beratungen auf demselben Niveau wie 2016. Heuer gab es bisher rund 1900 Beratungen in ganz Österreich. "Einen Effekt vom Rückkehr-Bonus können wir nicht bestätigen", sagt Michael Hajek, Leiter der Rückkehrhilfe. Doch was rät die Caritas einem Asylwerber, der nach Afghanistan zurückkehren will? "Nur wenn wir massive Bedenken haben, raten wir von einer Rückkehr ab", sagt Hajek.