(rei) Viel weiß man noch nicht über jenen jungen Mann, der das grüne Urgestein Peter Pilz beim Kampf um den Listenplatz am grünen Bundeskongress vergangenen Samstag ausgebootet hat: Julian Schmid, 28 Jahre alt, aus Kärnten, Studium der Politikwissenschaft an der Uni Wien. Von 2010 bis 2013 war er Bezirksrat in Wien-Wieden, danach zog er mit 24 Jahren für die Grünen in den Nationalrat ein. Einer breiteren Öffentlichkeit fiel er auf, als er auf einem grünen Wahlplakat mit Kussmündern übersät über dem Slogan "Öffi für alles" posierte. Social Media Postings in der Badehose am Strand brachten ihm im Netz einiges an Häme ein. Sein Markenzeichen, den blauen Kapuzenpulli, hat Schmid inzwischen abgelegt. In einer emotionalen Rede am Bundeskongress gab sich Schmid als Kämpfer für die Jugend, eine gerechte Schule und die Anliegen der Lehrlinge, kurz für die "Generation Krise". Seit seinem Einzug ins Parlament habe er "tausende Gespräche" mit Jugendlichen geführt, diesen Sommer will Schmid gleich bei fünf Firmen als Lehrling schnuppern. "Ich habe verstanden, was das Gefühl meiner Generation ist", ist sich Schmid sicher. Die Grünen seien "die Alternative" zur Spaltung der Gesellschaft. Schmid will es schaffen, dass die Grünen bei den Jungen Nummer eins bleiben. Ob ihm dafür die vier Jahre Erfahrung reichen, wird sich zeigen.

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