Die Neos wollen in der Angelegenheit bereits am heutigen Mittwoch eine parlamentarische Anfrage einbringen. Die Partei von Matthias Strolz fordert unter anderem Aufklärung darüber, auf wessen Anordnung die kolportierten Änderungen erfolgten, ob Kurz tatsächlich nicht darüber informiert war und ob personelle Konsequenzen geplant sind.

Relativ bald sollen auch schon die Ergebnisse einer von der Universität Wien durchgeführten Prüfung der Kindergartenstudie vorliegen. Bereits in den kommenden Tagen soll daher alle verfügbaren Fakten gesammelt werden, eine eigens eingerichtete Kommission soll dann rasch klären, inwieweit "die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis" eingehalten wurden.


Wirbel bereits im Jahr 2015

Alsans Erhebung hatte schon 2015 für Debatten - und eine Verstimmung zwischen Integrationsministerium und Rathaus gesorgt. Die zu dieser Zeit für Jugend beziehungsweise Bildung zuständigen Stadträtinnen Sonja Wehsely und Sandra Frauenberger urgierten Fakten und übten Kritik an pauschalen Urteilen. Kurz vertrat hingegen den Standpunkt, dass es "aber Probleme gibt." Die Gefahr, dass Parallelgesellschaften "herangezüchtet" würden, bestehe - da Kinder religiös und ethnisch getrennt in Kindergruppen betreut würden.

Die Rathaus-Politikerinnen versicherten daraufhin, dass man gemeinsam gegen Radikalismus und Extremismus kämpfen wolle. Leider seien Kurz und Aslan die Namen von konkreten Kindergärten, die angeblich sofort geschlossen hätten werden sollen, schuldig geblieben, wurde beklagt. Trotz aller Dissonanzen einigte man sich auf ein gemeinsames Vorgehen: Eine Studie soll das Thema umfassend erörtern. Sie soll bis Herbst 2017 vorliegen und von insgesamt sechs Autoren - darunter auch Aslan - erarbeitet werden.