Wien. Zehn Jahre, nachdem im Juli 2007 der erste Eurofighter in Österreich gelandet ist, lässt das Bundesheer ihn wieder fallen. Am Freitag verkündete Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) das Aus für den umstrittenen Abfangjäger und den Umstieg auf ein neues System, das militärisch effektiver und kostengünstiger sein soll.

Peter Pilz, Sicherheitssprecher der Grünen, findet den Ausstieg gut und professionell vorbereitet. "Das war ein mutiger Schritt, viele andere Minister wären dafür zu feig gewesen", sagt Pilz. Diese Entscheidung hätte schon viel früher fallen müssen. Es sei nicht leicht gewesen, da es nach wie vor viele Eurofighter-Lobbyisten gebe. Knackpunkt für die Entscheidung seien die hohen Betriebskosten gewesen, die Ersatzteile seien immer weniger und die Flugstunden immer teurer geworden. Und das, obwohl man die Jets mangels Nachttauglichkeit nur "während der Amtsstunden" fliegen konnte. Das Verteidigungsministerium habe sich beim Kauf übernommen. "Das ist so, als würde man die Wiener Polizei mit lauter Ferraris ausstatten", sagt Pilz.

Die Eurofighter-Ära hat durch dieses vorzeitige Ende eine noch schiefere Optik bekommen. Schon der Anfang der Geschichte war holprig. "Vor der Typenentscheidung ist etwas passiert, wofür man Schüssel, Grasser und Scheibner persönlich haftbar machen müsste", sagt Pilz. Die Eurofighter hätten nur den Zuschlag bekommen, weil die Betriebskosten herausgerechnet wurden - laut Pilz eine grobe Manipulation. Die politischen Entscheidungsträger seien dafür mitverantwortlich. Pilz glaubt, dass Doskozils Entscheidung die Neuwahl im Oktober überleben wird. "Wenn ein neuer Verteidigungsminister kommt, und sagt, er steht zum Eurofighter, ist er politisch sofort tot." Außerdem wäre das am Rande des Amtsmissbrauchs, weil der Eurofighter die Republik teurer käme. Für Pilz steht fest: "Der Eurofighter ist tot, das war’s."

Viele Fragen offen

Georg Mader, Militärexperte und Österreich-Korrespondent der internationalen Militärfachzeitschrift "Jane’s Defence", begrüßt es, dass Österreich nun wie angekündigt Flugzeuge mit mehr Fähigkeiten wie Selbstschutz, Mittelstreckenlenkwaffen und Nachtsichtsystemen bekommen soll. Er sieht aber noch viele Fragen offen. Über die gewünschten Fähigkeiten würden nur neue Flugzeuge verfügen, die Frage sei, ob Österreich neu gebaute oder neu aufgebaute kaufen werde. Das Kosteneinsparungsziel von zwei Milliarden Euro sieht er nicht.