Wien. (temp) Als Antwort auf die sich häufenden Terroranschläge mit Autos oder Lastautos wie zuletzt in Barcelona sollen nun um das Bundeskanzleramt und die Präsidentschaftskanzlei in Wien eine Mauer und Poller errichtet werden. Der Bau ist bereits im Gange.

Kritik kam nicht nur von der Universität für angewandte Kunst, die sich um den Erhalt des Weltkulturerbes sorgt, sondern auch von der Bevölkerung. Warum man nur die Politiker schütze, lautet eine der Fragen, und ob eine Mauer tatsächlich helfe. Und: Warum nur ist der Aushub für eine einen Meter dicke Mauer rund drei Meter breit?

Das Innenministerium rechtfertigte am Mittwoch den Mauerbau. Dieser geht demnach auf Planungen aus 2014 zurück, als seitens der Generaldirektion für öffentliche Sicherheit der Auftrag an das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erging, ein altes Sicherheitskonzept für das Regierungsviertel rund um den Ballhausplatz und den Minoritenplatz weiterzuentwickeln.

Konkret entsteht nun laut Ministerium bis Oktober ein mindestens 40 Meter langer "Anprallschutz", zusätzlich sollen feste und bewegliche Poller für Sicherheit sorgen. Die Gesamtkosten seien vorerst unklar, das Kanzleramt bezifferte jene in seinem Bereich mit 325.000 Euro. Die Kosten für den Anprallschutz werden laut Innenressort zur Gänze vom Kanzleramt, der Burghauptmannschaft (für die Präsidentschaftskanzlei) und von der Gemeinde Wien übernommen.

Die fünf Mauer-Blöcke vor dem Kanzleramt werden laut Kanzlerbüro je 8 Meter lang, 80 Zentimeter hoch und einen Meter breit werden, es soll mehrere Durchgänge und zusätzlich Poller geben. Zu den Mauern vor der Präsidentschaftskanzlei gab es mit Verweis auf Sicherheitsbedenken keine Auskunft.

Dass der Aushub etwa doppelt so breit wie die Mauer ist, die darauf entstehen soll, hat laut Stadt Wien statische Gründe. Ein Fundament müsse immer um einiges breiter sein, damit die Mauer Belastungen standhält, heißt es.