Strolz: Wir setzen uns für die gesetzliche Verankerung des erstellten Stufenplans ein und fordern einen EZA-Staatssekretär.

Ungeachtet der innerspanischen Rechtsregelungen: Ist es aus Ihrer Sicht moralisch und politisch zulässig, das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zu unterbinden?

Kern: Ich werde mich hüten, spanisches Recht zu interpretieren.

Kurz: Dies ist eine innerspanische Angelegenheit.

Strache: Direkte Demokratie muss möglich sein und auch die Secession ist Teil des Völkerrechts. Das Selbstbestimmungsrecht ist zu akzeptieren!

Lunacek: Das Referendum ist legitim, sollte aber - Beispiel Schottland - im Einvernehmen mit der Zentralregierung durchgeführt werden. Die Zentralregierung muss die Dialog-Blockade beenden.

Strolz: Laut internationalem Gewohnheitsrecht hat jedes Volk das Recht auf Selbstbestimmung. Die Unterbindung des Referendums wäre ein Verstoß dagegen. Es ist auch ein Verbot des Referendums keine Lösung für das Problem, im Gegenteil: So würden nur jene gestärkt werden, die die Abspaltung anstreben.

Denken Sie, dass der Vormarsch rechter Parteien nach den jüngsten Wahlen gestoppt ist? Wenn ja, was ist Ihrer Ansicht nach der Hauptgrund dafür?

Kern: Rechtsdemagogen haben bei einigen Wahlen nicht so viel gewonnen, wie befürchtet. Gegenmittel: Lösungen statt Slogans.

Kurz, Strache: Was verstehen Sie unter "Vormarsch rechtspopulistischer Parteien"? Die FPÖ? Dann sicher nein.

Lunacek: Gestoppt nein, aber die Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich, die Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich waren wichtige Dämpfer.

Strolz: Rechtspopulistische Parteien werden immer wieder einmal an Stärke gewinnen und verlieren. Kein politisches Kleingeld mit rechtspopulistischen Positionen.