Was ist mit Peter Pilz?

Pilz ist ein Unikum. Er deckt eine Nische ab. Mit seinen langsamen Bewegungen liegt er irgendwo zwischen Helmut Schmidt und Alexander Van der Bellen. Bevor Schmidt eine Frage beantwortet hat, hat er sich eine Zigarette angezündet. Er hat so getan, als würde er lange nachdenken. Als er dann geantwortet hat, haben wir gedacht: "Boah, das ist jetzt wohlüberlegt". Bevor Pilz antwortet, legt er die Stirn in Falten. So haben wir das Gefühl, er versucht uns schlichten Menschen zu erklären, wie es wirklich ist. Das meine ich nicht despektierlich. Wir suchen Menschen, die uns mit ihrer Körpersprache vermitteln, dass sie die Sache genauer durchgedacht haben als wir.

Woher kommt so eine Körpersprache? Ist sie erlernbar?

Pilz ist einfach authentisch und wohl eher beratungsresistent. Das hat ihm auch viel Gutes gebracht. Insgesamt fehlen Politiker, die sich weniger für die Meinungen von Beratern interessieren. Die müssen zwar damit leben, dass nicht jede Geste und jedes Wort gut ankommt, aber dafür wirken sie viel authentischer. Das hat eine enorme Sogwirkung. Wenn Parteien nicht nur die angepassten Politiker nach vorne stellen, sondern Menschen, die das Volk bewegen, könnte man politisch viel visionärer sein.