Zur angeblichen sexuellen Belästigung, die im Zuge einer Forum-Alpbach-Veranstaltung vorgebracht wurden, sagt er: "Ich bin nicht in der Lage, die Alpbachgeschichte rückstandslos zu klären."

Vor allem aber kritisiert Pilz die Grünen - "ich bin kein einziges Mal nach meiner Sicht der Dinge gefragt worden" — und spricht vom "Verlassen des Rechtsstaates". Er habe nie die Chance einer gerichtlichen Klärung bekommen, er will aber nun medienrechtliche Schritte prüfen.

Die Zuständigkeit der Gleichbehandlungsanwältinnen

Peter Pilz nützt das Gespräch zwischenzeitlich auch, um die mit dem Fall beratende Gleichbehandlungsanwältin, Cornelia Amon-Konrath, in Frage zu stellen. Sie hat bei den Nationalratswahlen 2017 für die Neos kandidiert: "Als Spitzenkandidatin im Burgenland und als Nummer 21 auf der Bundesliste. Ich stelle fest, dass das aufklärungsbedürftig ist. Sie hätte sich befangen erklären müssen." Darauf angesprochen, weist Cornelia Amon-Konrath darauf hin, dass ihre Kandidatur 2017, also deutlich nach ihrer Beratung, stattgefunden habe. "Ich sehe da keine Unvereinbarkeit und gebe zu konkreten Fällen keine Auskünfte." Außerdem sagt sie: "Ich kann völlig ausschließen, dass die Medien von mir von dem Fall wissen. Das weise ich aufs Entschiedenste zurück."

Ihre Chefin, Gleichbehandlungsanwältin Ingrid Nikolay-Leitner, will zum konkreten Fall nichts sagen. Zu den Vorwürfen gegen die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW) heißt es aber in einer Aussendung: "Informationen zu konkreten Beratungen werden von der Gleichbehandlungsanwaltschaft selbstverständlich nicht weitergegeben." Und: "Welche Gleichbehandlungsanwältin mit einem konkreten Fall betraut wird, entscheidet sich nach einem internen Fallrad."

Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt Ingrid Nikolay-Leitner auch, wofür die GAW zuständig ist. Und zwar "für die Beratung zum Diskriminierungsschutz, um eine rechtliche Einschätzung zu treffen, um Vergleiche abzuschließen, Arbeitgebern mögliche Abhilfe vorzuschlagen oder auch Verfahren bei der Gleichbehandlungskommission einzuleiten." Alles immer nur, wenn die Betroffene das will, kostenlos und vertraulich.

Die Grundlage dafür ist das Gleichbehandlungsgesetz, in dem seit 1991 die Antidiskriminierung aufgrund des Geschlechts am Arbeitsplatz verankert ist, seit 2004 wurde es um andere Gründe erweitert. In Paragraf 6 geht es um sexuelle Belästigung, "das ist weiter gefasst als im Strafrecht". Die GAW entscheidet nicht über Recht und Unrecht. Auch die Gleichbehandlungskommission erstellt nur Gutachten, die zum Beispiel beim Arbeitsgericht eingebracht werden können. Erst dort gibt es dann Urteile.