Wien. Dem Islamforscher Ednan Aslan kann im juristischen Sinn kein wissenschaftliches Fehlverhalten bei der Erstellung seiner Studie zu islamischen Kindergärten vorgeworfen werden. Sie weist aber sehr wohl Mängel auf - wobei auch Passagen, die im Außen- bzw. Integrationsministerium umgeschrieben wurden, für Rätselraten sorgen.

Das ist das Ergebnis einer Prüfung der Arbeit, die von der Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) unter der Leitung von Stephan Rixen (Universität Bayreuth) durchgeführt wurde. Die Stellungnahme der Kommission wurde am Mittwoch vom Rektor der Universität Wien, Heinz W. Engl, präsentiert.

Die Expertise ist laut Engl 32 Seiten stark. Sie fußt auf mehreren externen Gutachten. Das gesamte Prüfergebnis ist noch nicht einsehbar, wie er betonte. Denn dafür sei die Zustimmung Aslans nötig, der derzeit noch im Ausland weile.

Kurz fordert Entschuldigung

Aus Sicht von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat die externe Prüfung bestätigt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Er forderte eine Entschuldigung der Kritiker bei Aslan und den Beamten.

Wie von seinem Team bereits erklärt wurde, habe es bei der Erstellung der Studie "keine Manipulation" gegeben, das habe die Prüfung bestätigt, betonte Kurz am Rande der ÖVP-Klubsitzung am Mittwoch. Es liege kein wissenschaftliches Fehlverhalten vor, zeigte sich der Ressortchef "froh" über das Ergebnis - "was wir immer gesagt haben".