Wohnen als Sachleistung?

Beim Thema Wohnen könnten Sachleistungen unter gewissen Umständen vernünftig sein. Und zwar dann, "wenn ich mir trotzdem keine Wohnung leisten kann oder mir niemand eine vermieten will, weil ich etwa die falsche Hautfarbe habe", sagt die Ökonomin. Da Asylwerber keinen Zugang zum Gemeindebau oder zu Genossenschaftswohnungen haben, sind sie auf den privaten Markt angewiesen. Das ist häufig ein Problem, gerade in Wien mit seinem aktuellen Mietzinsniveau, aber offenbar gelingt es eben 70 Prozent doch, irgendwo privat unterzukommen.

Die Frage ist aber: wie? Es gab einige Medienberichte über regelrechte Elendsquartiere, bei denen Vermieter die vulnerable Situation von Flüchtlingen ausgenützt und Wohnungen heillos überbelegt haben. Die Stadt Wien versucht zu kontrollieren, wenn es auffallend viele Meldungen an einer Adresse gibt, allerdings berührt dies auch eine Frage der (beschränkten) Wahlfreiheit. Vielleicht wollen drei Cousins lieber in einer privaten Einzimmer-Wohnung zusammen leben als mit fremden Personen in einer größeren, organisierten Unterkunft.

Für Hacker liegen die Vorteile der individuellen (und somit auch dezentraleren) Unterbringung auf der Hand, zumal es auch den Steuerzahlern Geld spart. "Schon die erste schwarz-blaue Regierung hat auf ,wilder Mann‘ gemacht und dann innerhalb von zwei Jahren bei der Betreuung von Flüchtlingen ein Chaos gehabt - mit all der Problematik wie etwa steigender Kriminalität, weil es de facto kein staatliches System gab", erzählt Hacker. Auch Obdachlosigkeit unter Flüchtlingen war in diesen Jahren ein Problem.

Die Konsequenz jenes Desasters war die Grundversorgungs-Vereinbarung im Jahr 2004, ebenfalls unter Schwarz-Blau. Sie ist nach wie vor in Kraft. Seit Freitag steht sie in Frage.