Ebenfalls geplant ist laut Köstinger und Hofer ein Pilotprojekt mit dem Titel "Austria Green Bonds". Damit sollen der Bereich erneuerbare Energieträger weiter ausgebaut sowie "Wirkungs- und Investmentkriterien" für nachhaltige Investitionen in dem Bereich sollen festgeschrieben werden.

Norbert Hofer ist zudem die Kreislaufwirtschaft ein großes Anliegen. Ihn hätten vor allem die sogenannten "Reparatur-Cafes", also Einrichtungen, die preiswert beispielsweise alte Elektorgeräte reparieren, schwer beeindruckt. Hofer kündigte deshalb die Ausarbeitung eines Maßnahmenplans für die Kreislauf- und Recyclingwirtschaft und Umwelttechnologien an. Wiederverwertbare Produkte sollen zudem im Rahmen einer Ökodesignrichtlinie forciert werden. Auf Fragen nach seiner Position beim Thema Klimawandel sagte Hofer sinngemäß, es gebe Wissenschafter, die den Menschen verantwortlich sehen, und welche die dies nicht tun würden, dies sei aber unerheblich: "Wir müssen auf erneuerbare Energien setzen."

Das Schwierigste zum Schluss

ÖVP und FPÖ erhöhen in den Verhandlungen jedenfalls das Tempo. Der 20. Dezember würde sich als Termin für die Angelobung der neuen Regierung "anbieten", sagte Köstinger am Freitag. Zuvor aber gilt es, die schwierigsten offenen Punkte zwischen den Parteien zu klären.

Da wären zum einen Forderungen, von denen die FPÖ nicht abrücken will, wie das für 2018 geplante und beschlossene Rauchverbot in Lokalen. Auch bestehen die Freiheitlichen auf ihrem Plan für mehr direkte Demokratie. Doch in beiden Punkten dürfte die ÖVP einen recht defensiven Kurs fahren.

Für die ÖVP selbst könnten die kolportierten Eingriffe im Bereich Sozialversicherungsträger noch parteiintern für Widerstand sorgen. Vor allem bei der geplanten Zusammenführung der Gebietskrankenkassen unter ein bundesweit zuständiges Institut gehen naturgemäß die Wogen hoch. Die seit Längerem erfolgreich wirtschaftende oberösterreichische GKK protestiert heftig gegen die Ankündigungen der Verhandler. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Oberösterreicher einen Bilanzgewinn von fast 18 Millionen Euro.

Der Widerstand des oberösterreichischen ÖVP-Landeshauptmanns Thomas Stelzer hält sich noch in Grenzen: Es müsse "was gehen", sagte Stelzer am Donnerstagabend bei einem Hintergrundgespräch. Jedoch sei er dagegen, dass "gut funktionierende Systeme" zerstört werden. Stelzer will nicht, dass Beiträge zentral vom Bund eingehoben und nach einem Pro-Kopf-Modell auf alle Bundesländer verteilt werden - zum Nachteil Oberösterreichs.