Wien. Die Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger (56), ist am Montag in Wien zur neuen Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko) gewählt worden. Sie folgt auf den Rektor der Uni Klagenfurt, Oliver Vitouch, der sich der Wiederwahl nicht mehr gestellt hatte. Mit Blimlinger wird erstmals eine Vertreterin der Kunstuniversitäten uniko-Chefin.

Für die Wahl war eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmen erforderlich. Blimlinger tritt ihr Amt am 1. Jänner an.

Bessere Betreuung und neues Studienrecht

Die neue Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Eva Blimlinger, will sich vor allem für eine Verbesserung der Betreuungsrelationen und ein neues Studienrecht einsetzen. Außerdem will sie erreichen, dass keine öffentlichen Gelder an Privatuniversitäten fließen, so Blimlinger zur APA.

"Ich werde mich dafür einsetzen, dass die 1,35 Mrd. Euro (Uni-Mittel für 2019-2021, Anm.) für eine Verbesserung der Betreuungsverhältnisse verwendet werden", betonte Blimlinger. Die Studenten sollten auch in den Massenfächern gute Betreuungsrelationen vorfinden - gleichzeitig müssten sie dort, wo sie jetzt schon gut sind, erhalten bleiben.

In der Lehre müsse außerdem gemeinsam mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) ein den modernen Lehr- und Lernformen angepasstes Studienrecht entwickelt werden. "Da soll es aber nur um einen Rahmen gehen", so Blimlinger. "Das muss nicht bis zum letzten Punkt geregelt werden, damit es für unterschiedliche Universitäten von der Montanuni Leoben bis zur Musikuni passt."

Dritter Schwerpunkt: "Es darf kein öffentliches Geld in Privatuniversitäten fließen." Die neue uniko-Präsidentin hofft daher, dass der Studienplatz-Kauf des Bundes an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg rückgängig gemacht wird. "Das geht von unserem Geld ab." Gleichzeitig führe es zu einem sozialen Ungleichgewicht, wenn Privatuniversitäten mit hohen Studiengebühren mit öffentlichem Geld unterstützt werden: "Das, was man von uns zurecht will, nämlich eine ausgewogene soziale Mischung herzustellen, geschieht genau dort nicht."

In Sachen Studiengebühren hat die uniko nach wie vor unterschiedliche Standpunkte. Blimlinger persönlich ist unter den derzeitigen Bedingungen - vor allem aufgrund des Stipendienwesens - gegen die Einführung von Gebühren. "Damit es sich finanziell auszahlt, müssten sie in einer Höhe sein, die zu sozialen Differenzierungen führt." Studiengebühren könnten nicht als ein isoliertes Element implementiert werden, ohne dass man andere Faktoren ändere - angefangen bei einem völlig neuen Stipendiensystem.

Gleiches gelte für Zugangsregelungen: "Die hängt ganz eng mit der Studienplatzbewirtschaftung zusammen - oder wie ich es lieber nenne: der Verbesserung der Betreuungsverhältnisse." Auch diese Frage könne nicht isoliert betrachtet werden, etwa aufgrund möglicher Verdrängungseffekte in andere Studienrichtungen.