Wien. Ärzte und Gesundheitsinitiativen machen mobil gegen die von der Regierung geplante Absage des Rauchverbots in der Gastronomie. Die Österreichische Krebshilfe und die Ärztekammer hoffen noch auf die gesundheitspolitische Vernunft in der Regierung, planen aber bereits ein Volksbegehren, sagten am Dienstag Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda und Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. 442.000 Menschen hätten die Petition für die Umsetzung des Rauchverbotes bereits unterzeichnet. Diese läuft noch bis Februar. Dann will die Ärztekammer ein Volksbegehren für ein Rauchverbot einleiten.

Zur Untermauerung wurde am Dienstag eine repräsentative GfK-Umfrage (Anfang Jänner, 1000 Befragte), die für die Ärzteinitiative gegen Raucherschäden gemacht wurde, präsentiert. Demnach sind nur 29 Prozent der Bevölkerung für das von der Regierung geplante Kippen des Gesetzes, 70 Prozent jedoch dagegen. 1 Prozent hat dazu keine Meinung.

Rauchverbote bewirken Rückgang der Raucherrate


Der Vorsitzende der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden und Umweltmediziner Manfred Neuberger warf Bundeskanzler Sebastian Kurz Wortbruch vor - sei er doch bis Dezember für ein Rauchverbot gewesen. Insgesamt, so berichtete er, sei nur in der Gruppe der regelmäßigen Raucher eine knappe Mehrheit (51 Prozent) gegen das Rauchverbot gewesen.

Die Kinderärztin und Pneumologin Angela Zacharasiewicz betonte, dass Studien "tausendfach" den Beweis der positiven Effekte des Nichtraucherschutzes erbracht hätten. Ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie könne zu einem Rückgang der Raucherrate und der Abnahme an tabakassoziierten Erkrankungen führen. So habe sich ein Minus von 10 Prozent bei den durch Asthma bedingten Spitalsaufnahmen bei Kindern gezeigt.