Landeshauptmann Günther Platter gelang es zwar im Wahlkampf, sich alle Koalitionsvarianten offen zu lassen. Interne Querelen konnte er aber nicht vermeiden. So lieferten sich in Telfs die dortige Bürgerliste von Herbert Klieber, die Günther Platter unterstützt, und die Telfer Vizebürgermeisterin Cornelia Hagele einen Kampf via Postwurfsendungen über Hageles private Grundstückskäufe. Die Gründe seien als Sozialflächen gewidmet gewesen, warf Klieber der Vizebürgermeisterin vor, diese sah in den Angriffen "politische Verdrossenheit" ihres Konkurrenten.

Welche Koalition aber wird die Tiroler künftig regieren? Politikexperten und Meinungsforscher geben vor allem der SPÖ gute Chancen, es in die Landesregierung zu schaffen. Etwaige Verluste würden die Grünen als Partner unattraktiver machen, und Platter gelte nicht gerade als Fan von Schwarzblau, so der Tenor.

Tourismus pusht Wirtschaft

Prächtig läuft es unterdessen für Tirols Wirtschaft. Laut dem Bank-Austria-Volkswirt Robert Schwarz zählte Tirol 2017 mit 3,4 Prozent Wachstum (Prognose) neben der Steiermark und Oberösterreich zu den drei wachstumsstärksten Bundesländern, während die gesamte heimische Wirtschaft nach vorläufigen Zahlen ein Plus von 2,9 Prozent hatte. "Der Tourismus spielt in Tirol die größte Rolle", erklärt Schwarz. Ein Drittel der Nächtigungen in Österreich entfalle allein auf Tirol, dessen Tourismusbetriebe im Vorjahr 47,9 Millionen Übernachtungen (plus 2 Prozent) verzeichnet hätten. Für positive Impulse sorge aber auch die Baukonjunktur im Land - Stichwort: Wohnbau und Brenner-Basistunnel. Die Industriekonjunktur sei ebenfalls robust, so Schwarz.

Auch die Beschäftigung hat zuletzt stark zugelegt: Mit plus 2,3 Prozent auf 330.763 unselbständig Erwerbstätige hatte Tirol 2017 den stärksten Anstieg nach der Steiermark. Bei den Arbeitslosenzahlen wiederum gab es mit minus 8,7 Prozent auf 20.343 Jobsuchende nach der Steiermark den höchsten Rückgang, die Arbeitslosenquote sank von 6,4 auf 5,8 Prozent. Auch heuer sieht Schwarz für Tirol ein über dem Österreich-Niveau liegendes Wirtschaftswachstum: "Wir rechnen mit einem Dreier vor dem Komma." Die Tiroler Wirtschaftskammer geht von einem Wachstum von 3,0 bis 3,5 Prozent aus. Für ihre Mitgliedsbetriebe berichtete sie zu Jahresbeginn von vollen Auftragsbüchern und kräftig steigen den Investitionen. Die Stimmung in den Firmen sei noch nie so gut gewesen.