Innsbruck/Wien. Die Tiroler Landtagswahl vom vergangenen Sonntag hat fast ausschließlich Sieger hervorgebracht. Das war möglich, weil mit Vorwärts und Stronach, die beide nicht mehr angetreten sind, 19 Prozent zu verteilen waren. Landeshauptmann Günther Platter ging gestärkt daraus hervor und hat nun die luxuriöse Ausgangslage, mit allen anderen Parteien eine Koalition bilden zu können. Und mit Ausnahme der Liste Fritz, die auf keinen Fall in die Regierung will, drängen alle in die Landesregierung.

Bereits am Montag tagte der Tiroler ÖVP-Vorstand: Dort wurde vereinbart, dass Platter noch diese Woche mit allen Parteien - in der Reihenfolge der Stärke: SPÖ, FPÖ, Grüne, Neos, Liste Fritz - Sondierungsgespräche führen wird. Eine Koalitionspräferenz wollte Platter auch am Montag nicht abgeben.

Die ÖVP erreichte von den 36 Landtagssitzen 17 Mandate (plus 1 gegenüber der Landtagswahl 2013), die SPÖ erhielt Platz zwei und 6 Mandate (plus 1), die FPÖ kam auf 5 Mandate (plus 1), die Grünen erhielten 4 Mandate (minus 1), die Neos schafften den Einzug mit 2 Mandaten und sind nun in vier Landtagen vertreten, die Liste Fritz ist mit 2 Mandaten wieder dabei.

Elisabeth Blanik (S), Markus Abwerzger (F) ...
Elisabeth Blanik (S), Markus Abwerzger (F) ...

Neos ziehen in den vierten Landtag ein

Einen "Startvorteil" für die Grünen als bisherigen Koalitionspartner gebe es nicht. "Alle sind am gleichen Start. Da gibt es keine Unterschiede", sagte der Landeshauptmann. Er betonte, dass es durchaus sein könne, dass nach der Sondierungsrunde weitere Gespräche notwendig sein werden, bevor es zu einer Entscheidung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen kommt: "Alles ist möglich." Die Frage, ob auch die Neos trotz nur eines Mandats Überhang als Koalitionspartner infrage kommen, wollte der Landeshauptmann nicht konkret beantworten, meinte aber: "Es geht nicht nur um die Regierungsbildung, sondern auch um die Ausrichtung des Tiroler Landtages in den nächsten fünf Jahren. Es gibt sehr viele Themen, wo wir auch eine Übereinstimmung mit der Opposition brauchen, etwa in der Verkehrsfrage. Da braucht es Geschlossenheit." Deshalb handle es sich auch nicht um "klassische Sondierungsgespräche", erklärte Platter. Auch mit der Liste Fritz hätte die ÖVP nur ein Mandat Überhang im Landtag, aber die Liste Fritz hat sich schon im Vorfeld auf die Opposition festgelegt.