Elisabeth Blanik (S), Markus Abwerzger (F) ...
Elisabeth Blanik (S), Markus Abwerzger (F) ...

Der Tiroler ÖVP-Chef ortete jedenfalls eine "große Freude" über das Wahlergebnis im Landesparteivorstand: "Es war eine super Stimmung. Die Kampagne wurde unglaublich gelobt. Nur zufriedene Gesichter."

Platter ist nun seit zehn Jahren Landeshauptmann und kann - gestärkt durch das Wahlergebnis - auf weitere fünf Jahre mit möglicherweise mehr Mitsprache im Bund blicken. Wenn man die Wahlmotive betrachtet, ist er derjenige, der als Person am meisten punkten konnte. Die ÖVP-Wähler haben mit 32 Prozent die Person des Spitzenkandidaten als Wahlmotiv angegeben, bei der SPÖ war Elisabeth Blanik immerhin für 10 Prozent ausschlaggebend, bei FPÖ und Grünen spielten die Spitzenkandidaten fast keine Rolle.

Dominik Oberhofer (Neos) und Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz).
Dominik Oberhofer (Neos) und Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz).

Bundespolitisch hat die Tirol-Wahl keine Auswirkungen, schließlich machen die Wahlberechtigten in Tirol bundesweit nur zehn Prozent aus. Eine gewisse bundespolitische Bedeutung könnte die Entscheidung über die Koalition haben. Innerhalb der Tiroler ÖVP soll es eine Präferenz dafür geben, Schwarz-Grün fortzusetzen. Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe hat die 10 Prozent übersprungen und damit ihre Vorgabe für Regierungsverhandlungen erreicht. Für die Grünen ist eine Regierungsbeteiligung in Tirol aus bundespolitischer Sicht fast überlebensnotwendig. Denn sie brauchen eine starke Verankerung in den Ländern, um sichtbar zu bleiben. Noch sind sie in Wien, Vorarlberg, Kärnten, Salzburg und Tirol in der Regierung.

Grünen droht Verlust des Klubstatus

Im Bund droht den Grünen außerdem durch den Mandatsverlust in Tirol weiteres Ungemach: Damit sinken sie auf drei Bundesratsmandate und verlieren prinzipiell auch den Fraktionsstatus - und die dafür bezahlte Klubförderung von zuletzt insgesamt 361.000 Euro pro Jahr. Es sei denn, der Bundesrat beschließt, ihnen den Klubstatus auch mit nur drei Mandataren plus den drei EU-Abgeordneten zuzugestehen.

Allerdings gibt es Beobachter, die Platter eine gewisse Affinität zu einer schwarz-roten Koalition nachsagen. Er macht das aber auch von den handelnden Personen abhängig. Blanik, die erst seit einem Jahr und vier Monaten Tiroler SPÖ-Chefin ist, drängt auf einen Einzug in die Landesregierung. Die Lienzer Bürgermeisterin hat die SPÖ aus ihrer Talsole herausgeholt und Platz zwei gesichert.

Die FPÖ blieb zwar hinter den Erwartungen, hat aber mit einem Plus von 6,2 Prozentpunkten die stärksten Zugewinne verzeichnen können. Eine Regierungsbeteiligung scheint unwahrscheinlich, schließlich ist Platter kein Verfechter von Schwarz-Blau - weder im Bund noch in den Ländern.