Ebenfalls in Aistersheim waren offenbar u.a. der mehrfach vorbestrafte Pegida-Gründer Lutz Bachmann und der Österreich-Sprecher der "Identitären Bewegung", Martin Sellner. Unter den Referenten und Teilnehmern sehen Kritiker nicht nur Rechtsextreme sowie Personen mit Bezug zur FPÖ, sondern auch Verschwörungstheoretiker und solche mit Umsturzbestrebungen, die auch unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes stünden.

Klassische Medienvertreter waren nicht erwünscht

Ein Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" wie - laut Homepage - das vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestufte Magazin "Info-Direkt", unzensuriert.at oder die deutsche Plattform "Ein Prozent". "Info-Direkt" tritt auch als Veranstalter auf, die Räumlichkeiten im Wasserschloss hat laut Bündnis "Linz gegen rechts" die Burschenschaft Arminia Czernowitz gemietet.

Auf Twitter berichteten die "Verteidiger Europas" von "Farbbomben und Schüssen" auf den Verlagssitz von Info-Direkt in der Nacht auf Samstag und posteten ein Bild davon. Die Polizei bestätigte eine Sachbeschädigung an dem Bauernhof durch rote und schwarze Farbbeutel. Der Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer (FPÖ) sah in einer Aussendung eine "besonders verwerfliche Straftat" von "Linksextremen". Die Polizei sprach allerdings von "unbekannten Tätern".

Scharfe Kritik am Treffen kam am Samstag von der Landes-SPÖ. "Das ist eine Schande für Oberösterreich", so Vorsitzende Birgit Gerstorfer in einer Presseaussendung. Vor allem die Anwesenheit von FPÖ-Vertretern zeige, "wie unwillig diese Partei ist, sich glaubhaft von rechtsextremem Gedankengut zu distanzieren". Gleichzeitig kritisierte Gerstorfer Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), dass dieser zum Kongress nur schweige. Er mache sich damit "zum Steigbügelhalter für die rechte Ideologie". Auch die Grüne Landessprecherin Maria Buchmayr hatte im Vorfeld an die politischen Verantwortungsträger, explizit vor allem jene der ÖVP, appelliert: "Seien sie wachsamer. Sehen Sie, was vor sich geht."