Gespalten geht auch das freiheitliche Lager in die Landtagswahl. Nach dem Rauswurf durch Bundespartei-Obmann Heinz-Christian Strache im Juni 2015 tritt Salzburgs Langzeit-FPÖ-Chef Karl Schnell mit der Freien Partei Salzburg an. Ein Wiedereinzug der aktuell mit fünf Abgeordneten im Landtag vertretenen Partei ist aber nicht wahrscheinlich. Den größeren Teil des freiheitlichen Wählerpotenzials wird sich wohl die mit der Bundespartei eng verbundene FPÖ sichern.

Nur die Grünen müssen
mit klarem Minus rechnen

Laut Umfragen liegen die Freiheitlichen knapp hinter der SPÖ und kämpfen mit dieser um Platz zwei. Das Abschneiden der Salzburger FPÖ wird auch aus bundespolitischer Sicht interessant, denn kaum eine Landesorganisation ist derart eng mit der Bundespartei verbunden wie sie. Spitzenkandidatin Marlene Svazek gehört als Generalsekretärin zum engsten Führungszirkel. 2013 kam die FPÖ - mit Schnell - auf 17 Prozent.

Als einzige Partei müssen die Grünen mit einem klaren Minus rechnen. Das Rekordergebnis von 2013 mit 20,2 Prozent wird kaum zu wiederholen sein. Existenzsorgen wie in anderen Bundesländern sind aber unbegründet, in den Umfragen liegt die Partei zwischen 10 und 16 Prozent. Die große Frage für Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler und ihre Partei wird sein, ob sich eine neuerliche schwarz-grüne Koalition ausgeht.

Dabei strahlen nicht nur die bundespolitischen Probleme der Grünen nach Salzburg aus, viele Grün-Wähler sind auch mit der Rolle, die die Partei in der Landesregierung gespielt hat, nicht glücklich. Vertreter der vor einem Jahr von der Bundespartei hinausgeworfenen Jungen Grünen engagieren sich nun bei der KPÖ Plus, die zumindest in der Stadt Salzburg antreten wird.

Zum Teil dürften die Grün-Wähler auch bei den Neos eine neue politische Heimat finden. Den Liberalen wird mit sieben bis zehn Prozent der Einzug in den Landtag prognostiziert. Spitzenkandidat Sepp Schellhorn ist auch Finanz- und Wirtschaftssprecher der Partei im Nationalrat und hat schon angekündigt, nur bei einer Regierungsbeteiligung nach Salzburg zurückzukehren, Opposition im Landtag will er sich nicht antun. Ein Regierungseintritt dürfte aber schwierig werden. Landeshauptmann Haslauer gilt als Fan von Zweier-Koalitionen.