Der Schuldenstand der Republik soll währenddessen von 78,1 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 bis 2022 auf 62,2 Prozent sinken - unter anderem begünstigt durch den Abbau der notverstaatlichten "Bad Banks". Das wäre zwar immer noch mehr als die auf EU-Ebene gemäß den Maastricht-Kriterien eigentlich zugelassenen 60 Prozent. Mangelnden Ehrgeiz beim Schuldenabbau wies Löger allerdings zurück und bat um Verständnis, "dass Österreich nicht zu Tode gespart wird". Österreich habe in den vergangenen Jahrzehnten "unglaubliche 290 Milliarden Euro an Staatsschulden aufgebaut".

Die aktuell gute Konjunktur und das Ende der Bankenkrise spielen nun Löger freilich in die Hände. "Es gibt sicher schlechtere Rahmenbedingungen für einen neuen Finanzminister", räumte dieser ein. 2017 musste der Bund noch fast 4,9 Milliarden Euro an die "Bad Banks" für die notverstaatlichten Banken (Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit, ÖVAG) überweisen. Die Folge war ein administratives Defizit von 6,9 Milliarden Euro. Diese Zahlungen fallen ab heuer weg, womit der Bundes-Überschuss schon allein durch das kräftige Plus bei den Einnahmen von drei Milliarden Euro jährlich in Reichweite rückt.

Neue Steuern und Erhöhungen soll es nicht geben

Ein "Automatismus" sei das Nulldefizit dennoch nicht, so Löger. Neue Steuern und Erhöhungen soll es nicht geben, die Regierung will vielmehr 2,5 Milliarden Euro einsparen - unter anderem durch das Auslaufen des Beschäftigungsbonus, der eine Milliarde Euro bringen soll, und der Aktion 20.000. Durch Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachungen will man ebenfalls bis zu einer Milliarde Euro lukrieren. Auch der niedrigere Zinsaufwand trägt freilich zum geplanten Überschuss bei: Lag dieser 2012 noch bei 7,1 Milliarden Euro, sank er stetig auf 5,4 Milliarden Euro im Vorjahr ab. Für 2019 wird ein Zinsaufwand von nur noch 4,7 Milliarden Euro erwartet.

Gleichzeitig sollen diejenigen, "die mit ihren Abgaben und Steuern das Land erhalten", entlastet werden, sagte Löger. "Unsere neue Steuerpolitik ist: Entlastung." Ziel sei eine deutliche Senkung der Abgabenquote bis 2022 in Richtung 40 Prozent. Für den Familienbonus Plus etwa, der mit 1. Jänner 2019 in Kraft treten wird, entfällt die Steuerlast entweder zur Gänze oder es wirkt ein Steuerbonus von bis zu 1500 Euro pro Kind und Jahr.

"Was wir uns selbst abverlangen - nämlich das Sparen im System, bei uns selbst -, das müssen wir auch auf Unionsebene durchsetzen", sagte Löger - ab 1. Juli, wenn Österreich den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernimmt, falle dem Land dabei eine besondere Rolle zu. Für den Ratsvorsitz sind im Bundeskanzleramt übrigens Mittel von 43 Millionen Euro veranschlagt.