Salzburg. Anlässlich des 12. Forschungsforums der österreichischen Fachhochschulen, das derzeit an der FH Salzburg in Puch-Urstein stattfindet, forderte Raimund Ribitsch, Präsident der Fachhochschul-Konferenz (FHK) und Geschäftsführer der FH Salzburg, bessere finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen für die Forschung.

"Die Fachhochschulen nehmen ihren gesetzlichen Auftrag zur angewandten Forschung sehr ernst", sagte Ribitsch und verwies darauf, wie wichtig die enge Kooperation mit Industrie und Wirtschaft in diesem Bereich für die Innovationseffizienz in Österreich sei. Um den erfolgreichen Weg fortzusetzen, brauche es auch entsprechende Rahmenbedingungen. Im neuen Entwicklungs- und Finanzierungsplan für die Fachhochschulen müsse sich der im Regierungsprogramm verankerte Ausbau des FH-Sektors auch finanziell widerspiegeln, verlangte Ribitsch.

"Keine nachhaltige Finanzierung"

Eine kontinuierliche Valorisierung der Fördersätze sei unabdingbar. "Wenn wir das nicht machen, verlieren wir Qualität und Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre", betonte der FHK-Präsident. "Anders als die Universitäten haben wir keine nachhaltige Finanzierung, und darum gilt es zu kämpfen." Auf den aktuellen Finanzierungsplan, der Ende des Sommersemesters 2018 ausläuft, folge eine "planlose Zeit", so Ribitsch.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Johann Kastner, Leiter des F&E-Ausschusses der Fachhochschulen. Ziel der Fachhochschulforschung sei es, Wissen zu generieren und in die Gesellschaft zu transferieren, so dass daraus ein Nutzen gezogen werden kann. Diese angewandte Forschung, die sich nicht wie die Grundlagenforschung mit dem Publizieren begnüge, ist für Kastner die "Champions League der Forschung". Damit die aber weiterhin möglich sei, brauche es dringend einen neuen Finanzierungsplan bis 2022/2023, und einen Ausbau der Studienplätze, richtete sich Kastner an Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP): "Es gibt viele Bereiche, die nicht ausfinanziert sind."

Dazu zähle zum Beispiel die Basisförderung, betonte Roald Steiner, Vizerektor der FH Salzburg: "Es braucht Perspektiven für den Nachwuchs." Momentan gebe es für Nachwuchsforscher immer nur eine zeitlich begrenzte Anstellung, was eine ungewisse Zukunft bedeute. Es brauche also eine Basisfinanzierung, damit die FH-Forschung nicht am Tropf der Querfinanzierung hänge und ihre Potenziale ausschöpfen könne. So würden FHs Gefahr laufen, zu Dienstleistungsunternehmen zu werden. Wenn nur mehr an medienwirksamen Themen geforscht wird, würde sich das auf die Qualität der Forschung auswirken. Dann würde es nur mehr darum gehen, Ergebnisse unter möglichst geringem Aufwand für möglichst große monetäre Erträge zu erbringen.