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Wien. "Der Weltrekord liegt bei 10,76 Sekunden", sagte der US-Sportreporter. Sie hatte ein großartiges Jahr, dann der Startschuss. 10,49 Sekunden später ruft er: "Wow, es sind 10,49! Das kann nicht sein, niemand kann so schnell laufen! Es ist einfach unglaublich!"

Und doch war es so: Florence Griffith Joyner stellte bei den US-Ausscheidungen für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul mit Startnummer fünf auf ihrem trendy lila Trikot einen Weltrekord im 100-Meter-Lauf auf. Sie lief mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,31 Kilometern pro Stunde. Das wurde bis heute nicht unterboten, genauso wenig wie ihr Rekord auf der 200-Meter-Strecke. Was für eine Leistung!

Sind 100 Millionen Euro für eine Leistung angemessen?

Dabei ist es selbst im Sport selten so klar, dass eine Hochleistung erbracht wurde. Zum Beispiel der Teamsport Fußball: Für den Erfolg einer Mannschaft ist selten nur deren Star allein verantwortlich. Wie das Champions-League-Spiel Inter Mailand gegen FC Barcelona im April 2010 zeigte, kann ein starkes Kollektiv ohne Stars wie in diesem Fall durchaus mit einem 1:0 gegen eine Mannschaft mit Lionel Messi siegen - und eine bessere Leistung erzielen als jene in der Favoritenrolle.

Trotzdem lohnt sich die Leistung einer Mannschaft mit Stars mehr: Sie erzielt mehr Umsatz, die Stadien sind voller, die Barcelona-Trikots, insbesondere von Starspielern wie Lionel Messi & Co gehen weltweit millionenfach über den Ladentisch. Was macht der Verein damit? Richtig: Er kauft weitere Stars und generiert damit noch mehr Einnahmen.

Genau das Beispiel Messis zeigt aber auch, dass Bezahlung als eine Form der Bewertung von Leistung zwar nicht unabhängig, aber gerade im Sport ganz sicher nicht immer entsprechend erfolgt. Oder ist seine Leistung, der laut Football Leaks 100 Millionen Euro verdienen soll, tatsächlich eine 100 Mal größere als jene der österreichischen Top-Fußballspieler? Auch sein Tag hat nur 24 Stunden, sein Match dauert 90 Minuten. Und 100 Mal so viele Tore schießt er auch nicht.

Männliche Top-Fußballer wie ein David Alaba verdienen übrigens 33 Mal so viel wie der durchschnittliche männliche Profifußball-Spieler in den österreichischen Ligen. Warum aber verdienen sie auch 33 Mal so viel wie ihre weiblichen Top-Kolleginnen? Dabei haben die Österreicherinnen bei den Europameisterschaften das Halbfinale erreicht, damit eine deutlich bessere Leistung erzielt als ihre Kollegen ein Jahr davor. "Unsere" Männer schieden bereits in der Vorrunde aus.