Die Folgen des Biensterbens: ein Preisanstieg des österreichischen Honigs und eine Zunahme der Importe. Der Verkaufspreis des heimischen Honigs liege derzeit bei durchschnittlich zwölf Euro pro Kilogramm, sagt Boigenzahn. Vor fünf Jahren waren es noch acht Euro. Österreichischer Honig sei zu 100 Prozent Bienenhonig - im Gegensatz zu Importware zum Beispiel aus China, von der ein Kilogramm schon um 1,50 Euro zu haben ist. Dieser Honig werde mit Reissirup gestreckt, sagt Boigenzahn. Auch die Spritzmittel seien anders als bei uns. China ist laut Gruscher Österreichs Hauptimportland in Sachen Honig, gefolgt von weiteren asiatischen Ländern und Südamerika. Der Selbstversorgungsgrad liege bei 52 Prozent.

Die Bestäuberarbeit ist eine bedeutende Wirtschaftsleistung

Das erinnert an die Zuckerproblematik. Es geht also nicht nur um Neonicotinoide und das Bienensterben. Es geht auch um Honig und Zucker, die in Konkurrenz zueinander treten. Beides wird uns voraussichtlich nicht ausgehen - die Frage ist nur die Qualität.

Tatsache ist, dass die Biene selbst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, und zwar in der Sparte der Bestäuber. "Die ,Dienstleistung‘ der Bestäuberbienen entspricht in Österreich einem Geldwert von 500 Millionen Euro pro Jahr", sagt Boigenzahn. Weltweit seien es 153 Milliarden Euro jährlich, was einem Zehntel der Nahrungsmittelproduktion entspricht.

In den USA gibt es schon seit Jahren reine Bestäubungsimker, die ihre Bienenstöcke gegen eine Gebühr von rund 130 Dollar (105 Euro) drei Wochen lang in Obstplantagen und Feldern platzieren. Auch in Österreich kristallisiert sich zunehmend der Beruf des Bestäubungsimkers heraus. Verschwindet die Biene von der Erde, macht diese Arbeit keiner mehr.