Salzburg. Keine Wendestimmung, ein von allen Seiten unangetasteter Landeshauptmann, Themen, über die schon seit Jahrzehnten diskutiert wird: Ein unspektakulärer Wahlkampf für die Salzburger Landtagswahl am Sonntag geht dem Ende zu. Aber auch Unausgesprochenes kann eine Aussage sein: Töne der Ausgrenzung und Polarisierung wie vor der Bundespräsidenten- und Nationalratswahl wurden offenbar bewusst vermieden.

Wohnen und Verkehr im Zentrum

Thematisch standen Wohnen und Verkehr im Zentrum. Die gewünschten Ziele (günstiges Wohnen, guter Öffentlicher Verkehr, kein Stau) sind hier freilich dieselben, und selbst die Wege dorthin gleichen sich vielfach. Und auch wenn vor allem die FPÖ und Karl Schnells FPS Fragen der Migration, Sicherheit und Kriminalität in bekannter Manier ansprachen, sprangen die anderen Parteien nicht besonders darauf auf, sondern erweiterten den Sicherheitsbegriff - etwa auf den Arbeitsmarkt oder die soziale Versorgung.

Wie überhaupt von mancher Seite ganz gezielt das Verbindende über das Trennende in der Gesellschaft gestellt wurde: Von SPÖ und Grünen ebenso wie von ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der beim Wahlauftakt gleich mehrmals betonte, nicht auf die Schwächsten - egal welcher Herkunft, Anschauung oder Hautfarbe - vergessen zu dürfen.

Ungewissheit über Koalitionsrichtung

Bei der Frage nach möglichen Regierungskonstellationen standen Warnungen mehr im Vordergrund als Präferenzen: etwa vor Schwarz-Blau oder einer Verlängerung von Schwarz-Grün. Und die ÖVP mied aus taktischer Überlegung jegliche Festlegung auf mögliche Partner, um keine potenziellen Wähler abzuschrecken. Haslauer lässt damit die Menschen im Ungewissen, welche Richtung er einschlagen möchte.

Regierungsverantwortung würden alle landesweit kandidierenden Parteien gerne übernehmen, das war in Salzburg nicht immer so (etwa bei Karl Schnell). Und noch eines fiel auf: Die Volkspartei und Haslauer blieben von allen Seiten weitgehend verschont, was auch der ungefährdeten Position der Landeshauptmann-Partei geschuldet sein dürfte.

Seitenhiebe als Ausnahme

Auf Bösartigkeiten wurde - wie vorab versprochen - verzichtet, aber auch gegenseitige Wadlbeißereien und Seitenhiebe gegen Mitbewerber blieben die Ausnahme. Da kündigte etwa FPÖ-Spitzenkandidatin Marlene Svazek an, die ÖVP wieder auf Spur bringen zu wollen, was ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit dem Rat konterte, sie möge lieber die Rechtsabbieger ihrer Partei auf der Spur der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie halten.