Wien. Die Lehrer an den österreichischen Schulen haben 2016/17 insgesamt rund 5,3 Millionen bezahlte Überstunden geleistet. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der NEOS durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Dafür wurden knapp 300 Millionen Euro ausbezahlt.

Die Lehrer an den Pflichtschulen (v.a. Volksschulen, Neue Mittelschulen, Berufsschulen) kamen demnach auf knapp 2,2 Millionen Überstunden, jene an den Bundesschulen (v.a AHS, BMHS) auf 3,1 Millionen Stunden. Die Überstunden umfassen dabei sowohl Dauer- als auch Einzelmehrdienstleistungen (Supplierungen). Supplierungen fallen vor allem an, wenn ein anderer Lehrer kurzfristig ausfällt. Dauer-Mehrdienstleistungen werden etwa dann geleistet, wenn an der Schule dauerhaft sonst nicht ausreichend Fachlehrer zu finden sind. Nicht in den Zahlen enthalten sind unentgeltliche Supplierungen, die die Lehrer laut Dienstrecht in einem bestimmten Ausmaß leisten müssen.

Steigende Kosten

Interessantes Detail: Während die Zahl der bezahlten Überstunden gegenüber dem Schuljahr davor (5,4 Millionen) geringfügig gesunken ist, sind die Ausgaben dafür um rund 20 Prozent gestiegen. Die NEOS wollen nun in einer Folgeanfrage klären, wie das möglich ist.

Auch weitere überraschende Zahlen finden sich in der Anfragebeantwortung: So werden etwa im Pflichtschulbereich in Vorarlberg (365.000) in absoluten Zahlen fast gleich viele bezahlte Überstunden geleistet wie im ungleich größeren Wien (375.000).