Vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl in Salzburg - © APA
Vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl in Salzburg - © APA

Salzburg. Nach der Landtagswahl vom Sonntag ist Salzburg jetzt wieder richtig "schwarz": Die ÖVP baute ihren 2013 von der SPÖ zurückgeholten Platz 1 deutlich aus - und liegt so weit vor der SPÖ wie nie zuvor. Die SPÖ konnte trotz Verlusten Platz 2 vor der FPÖ verteidigen. Die Grünen stürzten nach ihrem Ausreißer-Ergebnis aus 2013 ab. Sie bleiben zwar im Landtag, aber Schwarz-Grün hat keine Mehrheit.

Damit wird die ÖVP-Grün-Koalition wohl nicht fortgesetzt. Mit wem ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer künftig regieren wird, ist offen. Die SPÖ würde gerne in die Regierung zurückkehren und die FPÖ wäre gerne erstmals Koalitionspartner der Schwarzen im Lande.

Parteien tagen am Montag

In Salzburg treten am Montag die meisten Parteien - außer FPÖ und FPS - zusammen, um über das Wahlergebnis vom Sonntag zu beraten. Auch die beiden Verlierer SPÖ und Grüne berufen ihren Landesvorstand ein. Mit Rücktritten ist allerdings noch nicht zu rechnen. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass Wahlsieger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) schon eine Koalitionspräferenz verrät.

Die Grünen kommen nach ihren großen Verlusten nicht mehr infrage. Möglich wäre allenfalls eine Dreier-Koalition - die Haslauer aber schon als "nicht wahrscheinlich" bezeichnet hat. Mehr hat er noch nicht verraten - und auch rund um das Landesparteipräsidium Montagabend wird er wohl noch nicht verraten, ob er nun lieber mit der SPÖ oder der FPÖ zusammengeht.

Grünen-Spitzenkandidatin Astrid Rössler hat zwar schon ihren Rücktritt angeboten. Aber es ist mehr als fraglich, dass der Landesvorstand ihr am Montag das Vertrauen entzieht. Auch die sofortige Absetzung des glücklosen SPÖ-Spitzenkandidaten Walter Steidl ist sehr unwahrscheinlich. Erfreulicher wird die Sitzung des NEOS-Landesteams verlaufen, stellten die Pinken doch mit 7,3 Prozent künftig drei Landtagsabgeordnete.

Salzburg nie ÖVP-Kernland

Seit Abschaffung des Proporzes 1998 gab es nur schwarz-rote, rot-schwarze und zuletzt die schwarz-grüne Koalition. Schwarzes "Kernland" war Salzburg aber nie; so gelang es der ÖVP dort nur zweimal (1945 und 1984), bei Landtagswahlen die absolute Mehrheit zu erobern. Bei der Wahl im Jahr 1969 - als im Bund die ÖVP-Alleinregierung am Ruder war - lag die SPÖ fast schon gleichauf mit der ÖVP. 2004 gelang es den Roten unter der schwarz-blauen Bundesregierung, die intern zerstrittene ÖVP mit ihrem geschwächten Chef LH Franz Schausberger zu überholen.