2013 schaffte die Volkspartei wieder die Wende: Sie wurde erneut stärkste Kraft im Land, allerdings mit dem deutlich schlechtesten Ergebnis der Nachkriegsgeschichte: lediglich 29 Prozent bedeuteten ein Minus von 7,5 Prozentpunkten zur Wahl 2009. Die machte Haslauer mit seinen 8,8 Prozentpunkten Plus heute mehr als wett. Und die ÖVP liegt jetzt um 17,75 Prozentpunkte vor der SPÖ, das ist noch ein bisschen mehr als die bisher größte Distanz im Jahr 1945 (17,16 Prozentpunkte).

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und FPÖ

Die SPÖ profitierte 2004 auch vom Einbruch der FPÖ, die damals ebenfalls der Bundesregierung angehörte und auf ihren historischen Tiefstwert fiel. Den konnte sie fünf Jahre später allerdings mit 13,02 Prozent wieder weit hinter sich lassen - was vor allem für die SPÖ Stimmeinbußen bedeutete. So hatte sich der Abstand zwischen SPÖ und ÖVP 2009 schon wieder auf 2,82 Prozentpunkte verringert, ehe die Machtverhältnisse im Sog des Finanzskandals 2013 überhaupt wieder kippten.

Noch näher, auf nur 1,19 Prozentpunkte, kam die FPÖ der SPÖ bei der jetzigen Wahl. Aber die SPÖ konnte Platz 2 halten - obwohl sie ihren historischen Tiefstwert aus 2013 noch einmal unterbot und nur mehr 20,0 Prozent holte. Der FPÖ gelang nur ein schwacher Zuwachs auf 18,8 Prozent. Dies lag vor allem an der Konkurrenz durch eines ihrer "Urgesteine": Der langjährige Parteichef Karl Schnell trat nach seinem Zerwürfnis mit der FPÖ mit einer eigenen Liste an. Er scheiterte zwar an der Fünf-Prozent-Hürde, holte aber immerhin 4,6 Prozent.

Grüne Hoch- und Tiefschaubahn

Die Grünen legten in Salzburg die sprichwörtliche Fahrt mit der Hoch- und Tiefschaubahn hin: Nach eher mageren drei Wahlen ohne Klubstatus bescherte ihnen die Finanzskandal-Wahl 2013 das Ausreißerergebnis von 20,2 Prozent - so viel wie nie zuvor Grüne in Bund oder Land holten. Und heuer, nach dem Rauswurf aus dem Nationalrat im Oktober 2017, stürzten sie steil auf nur mehr 9,3 Prozent ab.

Das Team Stronach - das 2013 eingezogen war - trat heuer nicht mehr an. Dafür wurden die NEOS auf Anhieb in den Landtag gewählt. Und damit werden künftig weiterhin fünf Parteien im Chiemseehof sitzen.