Verteidigungsminister Mario Kunasek stört das Binnen-I beim Heer. - © Gunter Pusch, Flickr CC BY-NC-SA 2.0, Montage: Frauennetzwerk Medien
Verteidigungsminister Mario Kunasek stört das Binnen-I beim Heer. - © Gunter Pusch, Flickr CC BY-NC-SA 2.0, Montage: Frauennetzwerk Medien

Das Bundesheer schafft das Binnen-I ab. "Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit", erklärte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in der "Krone" (Freitagausgabe) das "Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen".

Der 2001 verordnete "geschlechtergerechte Sprachgebrauch" habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie "die Studierenden" verwendet.

Kritik vom Frauennetzwerk Medien

Das Frauennetzwerk Medien sieht darin einen bewussten Backlash in der Frauenpolitik und verleiht ihm deshalb das "Rosa Handtaschl".

"Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist für den Verteidigungsminister also nur eine ‚feministische Vorgabe’ und zerstört für ihn die patriarchal gewachsene Struktur seiner Muttersprache", kritisiert Alexandra Wachter, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerk Medien, die Aussagen des Verteidigungsministers. Der Bezug auf die "gewachsene Struktur unserer Muttersprache" sei ein fadenscheiniges Argument, um die Gleichberechtigung aufzuhalten, so das Frauennetzwerk Medien.

Verteidigungsminister Kunasek will das Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, "die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen". Wachter dazu: "Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen."