Wien. So viel Bewegung in seiner Liste wollte Peter Pilz mit Sicherheit auch nicht, als er sie gründete. Die Einstellung diverser Ermittlungen gegen Pilz haben in seiner Partei nicht für Ruhe gesorgt - im Gegenteil. Pilz will zurück ins Parlament und niemand macht Platz für den Routinier. Heute, Mittwoch, tritt zudem der interimistische Klubchef Peter Kolba wie angekündigt aus seinem Amt zurück. Dann fehlt auch ein Klubchef. Aufmerksamkeit bekam die jüngste und gleichzeitig kleinste Oppositionspartei zuletzt eher wegen Streitigkeiten, die öffentlich ausgetragen werden.

Am Dienstagnachmittag trat die Liste wie so oft in den vergangenen Tagen zur Klubsitzung zusammen und verhandelte über die mögliche Rückkehr von Peter Pilz und die Zukunft der Partei. Der Ausgang der Sitzung war bis Redaktionsschluss der "Wiener Zeitung" nicht absehbar.

Niemand wollte bis zuletzt für den Listegründer Peter Pilz Platz machen. Seit Wochen stand die Ankündigung des eher unfreiwillig ausgeschiedenen Grünen im Raum, wieder ins Parlament zurückzukehren. Es blieb aber nur bei der Ankündigung. Pressetermine wurden abgesagt, Einigungen verworfen. Intern folgte eine Krisensitzung auf die nächste.

Nur eine war bereit, auf ihr Mandat zu verzichten, das sie einst von Pilz geerbt hatte: die 38-jährige steirische Umweltaktivistin Martha Bißmann. Der Preis für ihren Verzicht war allerdings weitreichend. Klubobmann Peter Kolba veröffentlichte die Punktation auf Twitter, womit der nie wirklich ganz interne Disput endgültig auf dem öffentlichen Präsentierteller landete.

Rückzug vom Rückzug

Bißmann wollte etwa geschäftsführende Parteiobfrau werden, Listenplatz 1 oder 2 bei der Europawahl sowie einen aussichtsreichen Listenplatz bei der nächsten Nationalratswahl und verlangte den Abgang Bruno Rossmanns aus der Partei und den Rückzug Wolfgang Zinggls als Vorstand der Parteiakademie zu ihren Gunsten. Parteigründer Pilz sollte sich zudem verpflichten, bei der Übernahme der Klubobmannschaft die Obmannschaft in der Partei zurückzulegen. Nach einer Nachdenkphase habe sich Bißmann aber dafür entschieden, ihr Angebot zurückzuziehen und ihren Platz doch nicht zu räumen. Davon abgesehen, dass Teile der Partei Bißmanns Forderungen nicht zugestimmt hätten.