Wien. Ein Konflikt der Liste Pilz ist gelöst - und zwar "rechtzeitig und einstimmig", sagt Bruno Rossmann. Der Abgeordnete und sein Kollege Wolfgang Zinggl sind die neuen Klubobmänner. Sie folgen damit Peter Kolba nach, der das Amt mit Ende Mai aus gesundheitlichen Gründen zurückgelegt hat.

Rossmann will den Klub nach außen hin vertreten, und "bei Skandalösem wie zuletzt den Kürzungen der Mindestsicherung laut aufschreien". Zinggl will nach innen wirken, "den Klub wieder in ruhigeres Fahrwasser führen." Zinggl beantwortet auch gleich zwei Fragen, noch bevor sie gestellt werden konnten: "Wir wollen, dass Peter Pilz in den Klub zurückkommt." Und: "Von uns sieben geht niemand anstelle von Martha Bißmann, weil wir der Meinung sind, dass sie dieses Mandat nicht per Wahl bekommen hat, sondern dass Peter Pilz auf sein Mandat nur vorübergehend verzichtet hat."

Kolba will Mandat zurücklegen

In der Pressekonferenz hatte Zinggl die Diskussion im Klub noch für beendet erklärt, den Staffel dafür ans Duo Peter Pilz und Martha Bißmann weitergereicht. Der scheidende Klubobmann Peter Kolba gratulierte erst noch per Twitter seinen Nachfolgern, um genau an dieser Stelle nur eine Stunde später seinen Followern zuzuzwitschern: "Ein alter Sinnspruch: Was ist schlimmer als ein Feind? Ein Parteifreund." Er nehme es zur Kenntnis, dass jetzt nachgetreten werde.

Und eine weitere halbe Stunde später hieß es dann plötzlich: "Nach Überlegung: Es reicht jetzt! Ich werde morgen mein Mandat zurücklegen und will mit dieser Liste nichts mehr zu tun haben." Damit scheint die Kurzzeit-Karriere in der Politik beendet zu sein.

Zurück an deren Start. Der Jurist leitete von 1990 bis 2017 dem Bereich Recht im Verein für Konsumenteninformation (VKI), hatte aus der Abteilung eine schlagkräftige Einheit im Kampf für Verbraucherrechte und Konsumentenschutz geformt und erstritt in Musterprozessen, Verbands- und Sammelklagen für Verbraucher Millionen an Euros.

Anfang 2017 trennte er sich jedoch wegen Unstimmigkeiten in einer Anlegercausa vom VKI. Kolba fand nach einem nur dreimonatigen Intermezzo bei der gemeinnützigen Stiftung Cobin Claims, die Konsumenten in Sammelklagverfahren vertritt, zu Peter Pilz und trat im Juli 2017 Jahres neben Maria Stern, Sebastian Bohrn Mena und Stephanie Cox als einer der ersten vier Unterstützer von Pilz auf; er kandidierte für den Nationalrat, eigentlich um den Konsumentenschutz im Parlament voranzutreiben, "um sinnvolle Instrumente zu schaffen, um Unrecht nicht zu belohnen", wie er damals sagte.