Die genaue Ausgestaltung ist aber bedeutend, will man den Druck auf jene Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer schwachen Stellung schutzbedürftig sind, nicht erhöhen, gleichzeitig aber wirklich freiwillige Überstunden ermöglichen. "Die Heterogenität des Arbeitsmarktes macht es so schwer, dies zu regeln", sagt Mahringer. Die legistische Herausforderung ist groß. Dass aber eine schwarz-blaue Regierung Wirtschaftsinteressen stärker gewichtet als dies eine SPÖ-geführte Regierung tun würde, ist andererseits allerdings logisch.

Ein Punkt, der in dem Sozialpartner-Papier eine Berücksichtigung fand, im Gesetzesvorhaben vorerst aber nicht, ist der gesundheitliche Aspekt, konkret eine "arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit". Für Arbeitsrechtlerin Vogt-Majarek bieten dafür die gegenwärtigen Arbeitnehmerschutzbestimmungen ausreichend Vorsorge. Andererseits: Dass bei Mehrarbeit die gesundheitliche Belastung steige sowie auch die Produktivität sinke, sei empirisch abgesichert, sagt Mahringer.