17 Prozent mussten im Erhebungszeitraum häufig Überstunden machen, 52 Prozent gelegentlich. Für 2017 kam auch die Statistik Austria zu einem ähnlichen Ergebnis: Demnach leisteten im Vorjahr mehr als 18 Prozent der Arbeitnehmer häufig Über- oder Mehrarbeitsstunden.

Von den rund 250 Millionen Über- und Mehrstunden, die die Österreicher 2017 leisten mussten, wurden laut AK-Angaben 18,1 Prozent nicht abgegolten, weder in Geld noch in Form von Zeitausgleich. Damit sei den Arbeitnehmern in einem Jahr rund 1 Milliarde Euro vorenthalten worden - pro Kopf seien das im Schnitt rund 9800 Euro.

Arbeit- und Privatleben schlechter vereinbar

Diejenigen, die besonders viel arbeiten, finden das laut Sora gar nicht prickelnd. Von denen, die bei einer durchschnittlichen Wochenzeit von mehr als 40 Stunden häufig Überstunden leisten müssen, sagten 42 Prozent, dass sie Arbeit und Privatleben schlecht vereinbaren können. Die Hälfte dieser Gruppe ist mit der Arbeitszeit unzufrieden. Von denen, die wöchentlich weniger als 40 Stunden arbeiten, ist es "nur" etwas mehr als ein Fünftel. Besonders unzufrieden mit langen Arbeitszeiten sind Frauen mit Kindern bis 15 Jahren.

Häufige Überstundenschieber haben einen größeren Zeitdruck, können nach der Arbeit schwerer abschalten und fühlen sich körperlich weniger leistungsfähig. Mehr als die Hälfte derer, die 60 Wochenstunden oder mehr arbeiten, fühlt sich physisch erschöpft.

Die Lebenszufriedenheit sinkt mit steigender Arbeitszeit. Fast neun von zehn, die weniger als 40 Wochenstunden arbeiten, sind mit ihrem Leben zufrieden. Auch die Zufriedenheit mit der beruflichen Tätigkeit nimmt mit den Stunden ab. Mehr als drei Viertel derer, die mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, wollen ihre Arbeitszeit reduzieren.

WKO: Überstunden werden korrekt abgerechnet

Die Wirtschaftskammer bezweifelt, dass Überstunden nicht ausbezahlt werden. In einer von der WKO vor vier Tagen veröffentlichten Umfrage von Market habe sich ein anderes Ergebnis gezeigt. "83 Prozent aller Befragten sagen, dass Überstunden in ihrem Unternehmen immer korrekt abgerechnet werden", hieß es von der WKO. Auch störe es die meisten Arbeitnehmer nicht, Überstunden zu machen.