Wien. Die Sparvorschläge, die intern in der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) vorbereitet werden, sind schon weit gediehen. Ein detailliertes Papier, das der "Wiener Zeitung" vorliegt, sieht bis zum Jahr 2029, wie die "Kronen Zeitung" berichtet, insgesamt Einsparungen von 486 Millionen Euro vor. Damit wäre die Vorgabe der Bundesregierung, bis 31. August Sparvorschläge im Ausmaß von 500 Millionen Euro vorzulegen, praktisch erfüllt. Der Inhalt liefert jedoch neuen Zündstoff: denn es würden nicht alle Unfallkrankenhäuser und Rehabilitationszentren erhalten bleiben. Außerdem ist eine Ausgliederung der Unfallkrankenhäuser (UKH) und Rehab-Zentren vorgesehen. Die AUVA würde zwar laut Papier zwar "Eigentümer" bleiben. Aber, so heißt es weiter, es soll künftig eine "Betriebsführung als Privatkrankenanstalten" erfolgen. Zentralbetriebsrat Erik Lenz sieht deswegen ebenso wie Gewerkschaft und SPÖ die Warnungen vor einer Privatisierung bestätigt.

In der AUVA wurde der "Wiener Zeitung" am Sonntag erklärt, eine Ausgliederung der Unfallspitäler und Rehab-Zentren in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung sei eine "Denkvariante". Die GmbH bleibe aber "zu hundert Prozent im Besitz der AUVA". Die Entscheidung in der AUVA über das Sparpaket ist für 21. August vorgesehen. ÖVP und FPÖ haben für die Sparvorschläge eine Frist bis 31. August gesetzt.

Zusammenlegung im Großraum Wien

In der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt wurde das brisante Sparpapier vor wenigen Tagen bei einem Treffen des erweiterten Vorstandes zur Sprache gebracht. Während von Koalitionsseite im Frühjahr öffentlich Bestandsgarantien für die Unfallkrankenhäuser abgegeben wurden, sieht das Sparpapier die Schließung des UHK Kalwang in der Steiermark an der ehemaligen Gastarbeiterroute vor. Dieses Spital ist eines der sieben Unfallkrankenhäuser der AUVA und soll in anderer Form künftig genutzt werden. Im Großraum Wien ist eine konkrete eine Fusion von Spitälern und Reha-Zentren geplant. Wörtlich ist im Papier von einer "räumlichen Zusammenführung" des Traumazentrums Wien, des Reha-Zentrums Weißer Hof in Klosterneuburg sowie des Reha-Zentrum Wien-Meidling "bei gleichzeitiger bedarfsorientierter Anpassung der Gesamtbettenanzahl" die Rede.

Die Überlegung dahinter ist, dass mit einer Ausgliederung eine wirtschaftlichere Betriebsführung als bisher ermöglicht werden soll. Die Belegschaftsvertretung vermutet, dass mit einem anderen Kollektivvertrag für die betroffenen AUVA-Bediensteten die Personalkosten längerfristig gesenkt werden sollen.