Wien. Bei einer informellen Ratssitzung der EU-Forschungsminister haben am Dienstag in Wien die politischen Verhandlungen über das 9. EU-Forschungsprogramm "Horizon Europe" (2021-2027) begonnen, das mit 100 Milliarden Euro dotiert werden soll.

Die von der Kommission vorgeschlagene Dotierung des künftigen Forschungsrahmenprogramms ist um 23 Milliarden Euro höher als die Ausstattung des derzeit laufenden Programms "Horizon 2020". Wie dieses soll auch "Horizon Europe" im Wesentlichen auf drei Säulen aufbauen: Säule I (25,8 Milliarden Euro) widmet sich vor allem der Förderung exzellenter Grundlagenforschung durch den Europäischen Forschungsrat ERC. Im Mittelpunkt von Säule II (52,7 Milliarden Euro) stehen globale Herausforderungen, etwa Gesundheit, Klima oder Lebensmittel, sowie industrielle Wettbewerbsfähigkeit. In Säule III (13,5 Milliarden Euro) wird mit dem "Europäischen Innovationsrat" (EIC) ein neues Förderinstrument geschaffen, das Europa zum Vorreiter bei "marktschaffenden Innovationen" machen soll.

Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stehen die eigentlichen Forschungsthemen angesichts ihrer Relevanz außer Streit: "Gegen Forschung zur Bekämpfung von Krebs oder Demenz wird niemand etwas haben." Zu klären sei, wie man von den allgemeinen Fragestellungen wie Gesundheit oder Klimawandel zum konkreten Arbeitsprogramm komme, "und da gibt es Entscheidungen im Detail mit eben dieser Frage, wer das letzte Wort hat", sagte Faßmann - auch im Hinblick auf die EU-Kommission.