Es darf auch nicht übersehen werden, dass durch die weltweiten Einsatzstellen sehr unterschiedliche Kosten für die Gedenkdienstleistenden entstehen. So macht es beispielsweise in der Kostenrechnung einen Unterschied, ob der Gedenkdienst an der Internationalen Jugendbegegnungsstätte im ehemaligen Ghetto Theresienstadt, also einige hundert Kilometer von Wien oder Linz entfernt, oder in Lateinamerika geleistet wird. Explodierende Mieten, teure Flüge und hohe Visaraten sind nur einige Aufwendungen, die sich mit 520 Euro pro Monat nach Abzug der Versicherungskosten kaum decken lassen.

Kürzlich habe ich mir in einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins Gedenkdienst und des Vereins Österreichischer Auslandsdienst einen Überblick über die momentane Entwicklung in dieser Causa verschafft: Jede der mehr als 60 weltweiten Einsatzstellen bildet einen Baustein der österreichischen Gedenkkultur. Angefangen von dem jüdischen Altersheim am Rande von Buenos Aires, wo sich junge Österreicher gemeinsam mit deutschen Freiwilligen fürsorglich um jüdische Emigranten und ihre Nachkommen kümmern, bis hin zu der Internationalen Jugendbegegnungsstätte im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo österreichische Jugendliche sich in langwieriger pädagogischer Arbeit aneignen, Jugendgruppen die Thematik des Holocaust näherzubringen, reicht die Palette der Aktivitäten.

Diese historisch wichtige Arbeit der jungen Österreicherinnen und Österreicher muss gesellschaftlich, politisch und vor allem finanziell anerkannt werden. Es gilt sicherzustellen, dass sich auch in Zukunft die Gedenk- und Erinnerungskultur weiterentwickeln und entfalten kann.

Ich hoffe sehr, dass die gemeinsamen Auffassungen, die zu diesem Thema in den vergangenen Jahren erzielt wurden, aufrecht bleiben und alle Beteiligten in konstruktiven Gesprächen zukunftstaugliche Lösungen suchen und auch finden werden, um die wertvolle Idee des Gedenkdienstes in sinnvoller Weise lebendig zu erhalten.