Gegen den Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten Dominik Schrott werden Vorwürfe wegen eines Gewinnspiels im Nationalratswahlkampf erhoben. Der kritische Blogger Markus Wilhelm führt auf seiner Site dietiwag.org aus, wie Schrott eine nicht-existente Gewinnerin präsentiert hat.

Das Gewinnspiel war Teil des Wahlkampfs um Vorzugstimmen, den Schrott gegen die Bundesrätin Elisabeth Pfurtscheller gewann. Als Hauptpreis war eine Snow Card Tirol im Wert von 797 Euro ausgesetzt. Den Preis erhielt, wie ein von Wilhelm präsentiertes Schrott-Video zeigt, eine Karin K. Wilhelm führt aus: "Karin K. steht für Karin Kirchmair, ein auf Schrotts Facebook-Seite eingesetztes Fake-Profil seiner Agentur zur Unterstützung der Wahlkampagne. Als ihr fiktiver Wohnort wird Innsbruck angegeben. Die Teilnahme am Gewinnspiel war aber auf Personen mit Meldeanschrift im Tiroler Oberland beschränkt."

Laut Wilhelm waren in dem Topf bei der Ziehung 23 Loszettel, auf denen überall "Karin K." gestanden sei.

Schrott, der neben seinem Nationalratsmandat auch als Obmann der Jungen ÖVP Tirol tätig ist, meinte gegenüber der APA, dass in der Agentur Smart Ventures offenbar ein Fehler passiert sei. Er habe damit nichts zu tun, da sich die Wahlkampfagentur federführend um derartige Aktivitäten gekümmert habe. "Ich habe bereits mit dem Geschäftsführer gesprochen. Er will rechtliche Schritte prüfen lassen", sagte der Nationalratsabgeordnete. Die betreffende Mitarbeiterin, die als "Glücksfee" agierte, sei zudem nicht mehr bei der Agentur beschäftigt.

Schrott war freilich nach eigenen Angaben bei Smart Ventures bis Ende Oktober 2017 angestellt.

"Glücksfee" als Gewinnerin

Wilhelm wartete indes mit einem weiteren schweren Vorwurf auf: Ebendiese "Glücksfee" sei wenig später als "Karin Kirchmair" bei einem Gewinnspiel der "Zillertaler Trachenwelt" aufgetreten und gewann dort - einem online gestellten Foto zufolge - ein "neues iPhone X" im Wert von knapp 1.000 Euro. Dieses habe sie aber nach dem Fototermin gleich wieder abgeben müssen - und dafür einen 50-Euro-Einkaufsgutschein für die Trachtenwelt erhalten. Der Hintergrund: Die Wahlkampfagentur "Smart Ventures", bei der Schrott nach eigenen Angaben bis Ende Oktober 2017 angestellt war, betreut auch die "Zillertaler Trachtenwelt".

Nun sucht die Agentur in den eigenen Reihen nach Schuldigen: Die Aufgaben seien "an Mitarbeiter der Agentur" delegiert worden, heißt es in einer Stellungnahme: "Kunden wie Dominik Schrott oder die Zillertaler Trachtenwelt" hätten zur Gänze die Agentur mit der Organisation und Durchführung der behaupteten Facebook-Gewinnspiele beauftragt, wurde betont. "Sollte sich der Verdacht als wahr herausstellen, werden wir die Schuldigen zur Verantwortung ziehen", erklärte Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Agentur Smart Ventures GmbH.

Ziegler ist gleichzeitig parlamentarischer Mitarbeiter von Schrott.