Eisenstadt. Nach dem Ende des Pflegeregresses, mit dem bis Ende 2017 auf das Vermögen von Bewohnern von Pflegeheimen von Betreibern zurückgegriffen werden konnte, wurden heuer in allen Bundeslisten die Anmeldungen für Heimplätze signifikant mehr. Das Burgenland war da keine Ausnahme. Aber im östlichen Bundesland ist dieser Andrang gegen Jahresmitte hin verebbt.

Das wird im Büro von Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) vor allem auch darauf zurückgeführt, dass das Burgenland seit Beginn des heurigen Jahres zeitgleich mit der Abschaffung des Pflegeregresses in Heimen auf die verstärkte Förderung der 24-Stunden-Betreuung von Menschen daheim setzt. Für Darabos ist damit das Burgenland, wie er gegenüber der "Wiener Zeitung" betont, mit dieser Förderung "eine rot-weiß-rote Modellregion".

Landespolitiker aus anderen Bundesländern, etwa Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) haben die noch von der SPÖ-ÖVP-Koalition im Sommer 2017 vor der Nationalratswahl im Eilzugtempo beschlossene Streichung des Pflegeregresses, als nachteilig für die Entwicklung der Pflege daheim gesehen. Weil damit in Relation die Pflege im Heim gegenüber der Betreuung zu Hause günstiger wird.

Bis zu 600 Euro Zuschuss
für Pflege daheim

Ein erhöhtes Interesse an Heimplätzen wurde auch im Burgenland rund um den Jahreswechsel 2017/18 und zu Beginn des heurigen Jahres verzeichnet. Allerdings haben offenbar Betroffene selbst oder ihre Angehörigen Anmeldungen aus Angst, sonst keinen Heimplatz mehr zu ergattern, vorgenommen. Im Nachhinein stellte das Land jedenfalls fest, dass sich gar nicht so wenige gleich in zwei oder sogar drei Pflegeheimen angemeldet haben, um auf Nummer sicher zu gehen, bei Bedarf in einem Heim unterzukommen. Bis Juni dieses Jahres ist der Andrang dann deutlich zurückgegangen, der Run ist verebbt. Allerdings sind die Heime jedenfalls "relativ stark ausgelastet", wird in Eisenstadt zur heurigen Entwicklung festgestellt.

Dort ist die von der SPÖ geführte Landesregierung überzeugt, mit der Einführung des Zuschusses bis zu 600 Euro pro Monat - in Sonderfällen sogar bis zu 800 Euro pro Monat für Personen mit höherem Pflegebedarf auf Pflegestufe 5 - eine wichtige Maßnahme getroffen zu haben, um den Ansturm auf die Pflegeheime abzufangen.

Nach den jüngsten Daten von Ende Juli wurden fast 700 Ansuchen gestellt, eine hohe Zahl für das Burgenland. Die meisten davon sind inzwischen positiv erledigt worden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Höhe des Einkommens.