Auch wenn die "Kronen Zeitung" eine Entschuldigung bringen würde, so Windhager, würde sie das nicht von der Pflicht befreien, eine Entschädigung zu leisten. "Die erlittene Kränkung ist erfolgt, das kann nicht zur Gänze gutgemacht werden, auch nicht durch eine nachfolgende Veröffentlichung", sagt Windhager. "Die Entschädigung fällt trotzdem an." Windhager schätzt, dass E. H. Anspruch auf einen zumindest vierstelligen Betrag habe. Weiter ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen jene Person, die sich auf der Facebook-Seite des Landesrats Anschobers als E. H. ausgab. Außerdem wird geprüft, ob es sich bei der "Liwa Fatemiyoun" wirklich um eine Terrororganisation handelt. Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, reicht jedenfalls ein "Like" nicht aus, um als Mitglied einer Terrororganisation zu gelten. Syrien-Expertin Petra Ramsauer erklärt zudem, dass die "Liwa Fatemiyoun", eine afghanische Kampfmiliz im Syrien-Krieg, an keinen internationalen Terrorhandlungen beteiligt ist, sondern nur in der syrischen Innenpolitik eine Rolle spiele.

"Das muss extrem sein"

Aber wie geht es E. H. ? Wie ist die Stimmung im oberösterreichischen 1500-Seelen-Dorf Neumarkt im Hausruckviertel, in er seit einigen Jahren die FPÖ auf dem Vormarsch ist? Sein Chef im örtlichen Spar-Markt, Franz Maierhuber, habe das alles nie für möglich gehalten. "Das hat eigentlich jeder im Ort gesagt, das war für alle unvorstellbar." Seit die Vorwürfe aufkamen, fürchte sich E. H. rauszugehen, aber auch alleine daheim zu sein. "Ich hab zu ihm gesagt, dass wir das gemeinsam durchstehen. Er ist unschuldig. Er muss zeigen, dass er unschuldig ist", sagt Maierhuber.

Herbert Ollinger ist der Bürgermeister der Gemeinde Neumarkt. Er habe von keinem einzigen im Ort gehört, dass man gegen E. H. "etwas tun muss". Auch die FPÖ sei in dieser Causa keine Verbündete der blauen Bundespartei gewesen, die Gemeindearbeit sei jedenfalls weniger parteipolitisch. Die ungeprüften Vorwürfe von Gudenus müssten Konsequenzen haben, fordert Ollinger, zumindest erwarte er sich eine Entschuldigung des Mandatars. Der Bürgermeister der ÖVP will in der Gemeindezeitung jedenfalls festhalten, dass E. H. unschuldig ist. "Ich kann mir nicht vorstellen, was der Bub jetzt gerade fühlt, das muss extrem sein."