Wien. (jm) Die SPÖ hat nach dem turbulenten Start von Neo-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner am Donnerstag doch früher als gedacht ihre Statuten erneuert, wenn auch nur in Teilen der zunächst abgeblasenen Pläne. Die deutlich abgeschwächte Variante soll aber eine Öffnung der Partei und mehr Mitspracherecht für die Mitglieder ermöglichen.

Für wesentlich mehr Zündstoff sorgte die EU-Kandidatenliste, die ebenso fixiert wurde. Der umstrittene Spitzenkandidat der Kärntner Genossen und Sohn des Landeshauptmanns, Luca Kaiser, musste für die Bundesvorsitzende der Sozialistischen Jugend, Julia Herr, Platz machen. Kaiser ist auf den aussichtslosen neunten Platz gerutscht. Er war zuvor wegen eines Tweets ("Österreich ist eine Nazion mit einem scheiß Innenminister. #kickl") unter Beschuss geraten. Rendi-Wagner und Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda argumentieren die Rochade mit dem Reißverschlusssystem, wonach bei der Listenerstellung nach einem Mann zwingend eine Frau zum Zug kommen müsse.

Keine Vater-Sohn-Geschichte

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser ist verärgert über die beschlossene Kandidatenliste. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte er "großes Unverständnis", dass sein Sohn Luca nicht auf Platz sechs, sondern auf Platz neun gelandet ist. Das entspreche "nicht den Erfolgen und der Stärke, welche die SPÖ Kärnten in den vergangenen Jahren erreichte", sagte Kaiser, der bei der Landeswahl im März dieses Jahres 47,9 Prozent geholt hatte. Das sei aktuell das beste Ergebnis aller SPÖ-Landesparteien. Sein Ärger hätte nichts damit zu tun, dass es um seinen Sohn gehe.

Nun will Kaiser die Bundes-SPÖ zu einer Aussprache nach Kärnten einladen. Diese soll am 19. November, wenige Tage vor dem Bundesparteitag (24./25. November), stattfinden. Konkret wird er nicht. "Das sind interne Dinge und die werden auch intern besprochen", sagte Kaiser.