Erste Runde der Beamtengehaltsverhandlungen: Schnedl, Strache, Löger. - © APAweb/APAROBERT JAEGER
Erste Runde der Beamtengehaltsverhandlungen: Schnedl, Strache, Löger. - © APAweb/APAROBERT JAEGER

Wien. Vor Beginn der ersten Runde der Beamten-Gehaltsverhandlungen haben der für die Beamten zuständige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) am Montag eine Berücksichtigung der guten Konjunktur versprochen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Norbert Schnedl, will "ein ordentliches Lohnplus" erreichen.

Zum Auftakt werden traditionsgemäß unter Beiziehung von Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die für die Verhandlungen maßgebliche Inflationsrate erörtert." Eine konkrete Forderung der Gewerkschaft oder ein Angebot der Regierung sind noch nicht zu erwarten.

Wertschätzung gegenüber Beamten

Strache meinte vor dem Auftakt, dass sich die "große Wertschätzung" gegenüber den Beamten auch widerspiegeln solle. Zu der vor den Kollektivvertragsverhandlungen gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geäußerten Erwartung, dass es einen "spürbaren" Lohnanstieg geben solle, meinte Strache nun, es sei wichtig, dass die gute Konjunktur bei den Arbeitnehmern ankomme. Er verwies darauf, dass der Abschluss der Beamten traditionell meist unter den Metallern, aber über dem Handel liege.

Auch Löger meinte, das Wirtschaftswachstum sei eine positive Grundlage. Er plädierte für einen "guten Abschluss", der aber auch die budgetären Rahmenbedingungen berücksichtigen müsse. Auf die Frage nach seiner Schmerzgrenze meinte der Finanzminister, dass er weder nach oben noch nach unten eine Grenze habe, allerdings baue er auf vernünftige Gespräche.

Schnedl fordert "ordentliches Lohnplus"

Schnedl verwies auf die "hervorragende wirtschaftliche Entwicklung" und meinte, dass sich diese auch "im Geldbörserl" niederschlagen müsse. Er strebt eine "dauerhafte Kaufkraftsteigerung für alle und ein ordentliches Lohnplus" an. Auf die Metaller-Forderung von fünf Prozent wollte er nicht eingehen.

Für heuer hatten die rund 200.000 öffentlich Bediensteten beim Bund und die knapp 260.000 Mitarbeiter bei Ländern und Gemeinden bei einer Inflationsrate von 1,87 Prozent eine Gehaltserhöhung um 2,33 Prozent erhalten.

Inflation von 2,02 Prozent außer Streit gestellt
Regierung und Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben am Montag in der ersten Runde der Gehaltsverhandlungen eine Inflationsrate von 2,02 Prozent für die weiteren Gespräche außer Streit gestellt. Diesen Wert haben Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts für die Zeit vom Oktober des Vorjahres bis September dieses Jahres errechnet.