"Wiener Zeitung": Sie veranstalten zum ersten Mal den "politischen Aschermittwoch im Kabarett". Wie kam es dazu?
Franz Stanzl: In Bayern gibt es neben dem politischen Aschermittwoch den kabarettistischen Aschermittwoch. Auch wir wollen den Tag positiv besetzen, indem wir etwas machen das uns gefällt. Es ist aber keine Gegenveranstaltung zum rechten Aschermittwoch, und auch kein linker Aschermittwoch.

Aber die eingeladenen Politiker stehen schon eher links der Mitte?
Es sind genau zwei Politiker: Sigrid Maurer (Grüne) und Niko Alm (Neos). Wir haben einfach Menschen eingeladen, die uns interessieren, die wir gut finden und keine Kabarettisten sind. Auch bei Politikern haben wir grundsätzlich keine Scheu.

Sie moderieren den Abend, neben Kabarettkolegen Hosea Ratschiller und Christoph & Lollo stehen zehn Gäste auf der Bühne (u.a. Dieter Chmelar, Peter Hajek, Corinna Milborn, Robert Misik, Julya Rabinowich). Wie wird das ablaufen?
Wir haben zehn Gäste eingeladen und gebeten, ein Erlebnis aus ihrem Leben auf der Bühne zu teilen. Das muss jetzt nicht unbedingt lustig sein, aber skurril. Jeder hat fünf Minuten Zeit, lauter kleine Häppchen, für die Zuseher wird das ein bisschen wie Tweets durchlesen, unter einem Hashtag Politik.

Die Gebrüder Moped kennen die meisten aus den sozialen Medien, und nicht aus dem Kabarett. Wie kam das?
Das hat sich so entwickelt. Wir machen ja seit 2008 Kabarett, gleichzeitig ist Facebook in Österreich gestartet und ich habe die neuen Medien von Anfang an genutzt. Aber seit einem Jahr treten wir im Internet konsequent als Gebrüder Moped auf und auch unser aktuelles Kabarettprogramm bezieht sich auf das, was wir im Internet machen. Und ja, wir sind im Internet bekannter. In letzter Zeit verbindet sich das aber: Wir bringen Jüngere ins Kabarett und Ältere zu Facebook.

Zur neuen Stadtregierung in Wiener Neustadt haben Sie getwittert: "Wiener Neustadt wird #grünblau! Cool, vegane Skinheads mit nachhaltigen Stahlkappen." Man hat den Eindruck, Sie verfolgen das politische Geschehen laufend.
Ja, das läuft so nebenbei, und ich haue dann schnell Tweets raus. Martin (der zweite Teil der Gebrüder Moped, Anm.) geht eher in die Tiefe und verarbeitet das Geschehen in unseren Kolumnen oder im Kabarettprogramm. Aber jeder von uns postet im Namen von Gebrüder Moped, wir haben großes Vertrauen ineinander.