Washington/Riad. In den USA geht die CIA mit großer Sicherheit davon aus, dass Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman die Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hat. Der saudi-arabische Botschafter in den USA, Kronprinz Mohammeds Bruder Khalid bin Salman, habe Khashoggi telefonisch zugesichert, dass keine Gefahr bestehe, wenn er in dem Istanbuler Konsulat Papiere für seine Hochzeit besorge. Laut "Washington Post" tätigte der Botschafter den Anruf auf Bitten des Kronprinzen. Unklar sei aber, ob der Diplomat über die Mordpläne informiert gewesen sei.

"Gewalttätig und bösartig"

Die Regierung in Washington hat zuletzt angekündigt, "in Kürze" die Verantwortlichen für den Tod Khashoggis benennen zu wollen. Ein "vollständiger Bericht" darüber, "wer es getan hat", könnte rasch veröffentlicht werden, so US-Präsident Donald Trump. Die Tonbandaufnahme von der Tötung Kashoggis bezeichnete er als "schrecklich". Er sei über die Aufnahme umfassend informiert worden und wisse genau, was passiert sei, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit Fox News. "Es war sehr gewalttätig, sehr bösartig und schrecklich."

Deutschland hat sich laut Außenminister Heiko Maas entschieden, "18 saudi-arabische Staatsangehörige, die mutmaßlich in Verbindung zu dieser Tat stehen, mit Einreisesperre im Schengen-Informationssystem zu belegen". Nach Ansicht der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl ist der Fall Kashoggi zumindest "mehr als irgendein Mord".