Buenos Aires. Nach Monaten der Feindseligkeiten im grenzüberschreitenden Handel haben China und die USA eine Art Waffenstillstand beschlossen. Von einem freundschaftlichen Verhältnis sind die beiden größten Volkswirtschaften der Welt beim Handel aber noch weit entfernt.

Die USA und China haben eine vorläufige Einigung in ihrem seit Monaten laufenden Handelskrieg erzielt. Das berichtete das chinesische Staatsfernsehen CGTN am Samstag nach dem Abendessen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping im Anschluss an den G-20-Gipfel in Buenos Aires. Demnach sollen keine zusätzlichen Zölle nach dem 1. Jänner erhoben und die Verhandlungen zwischen den beiden Seiten fortgesetzt werden. Das Weiße Haus kündigte eine Stellungnahme an.

Handelskrieg drückt bereits Wachstum

Xi und Trump saßen mit kleineren Delegationen fast zweieinhalb Stunden beim Abendessen zusammen. Nach Informationen der englischsprachigen chinesischen Zeitung "South China Morning Post" soll es am Ende des Essens der beiden Staatsmänner Applaus der Delegationsmitglieder gegeben haben.

Trump und Xi waren am Rande des G-20-Gipfels zusammengekommen, um im seit Monaten erbittert geführten Handelsstreit das Kriegsbeil zu begraben. Xi verwies zu Beginn der Gespräche auf eine gemeinsame Verantwortung der beiden größten Volkswirtschaften für Wohlstand und Frieden in der Welt. Die Begegnung sah er als gute Gelegenheit an, um Ideen auszutauschen. Trump hatte sich optimistisch gezeigt, dass etwas erreicht werden könne, was "gut für China und gut für die Vereinigten Staaten" sein werde.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds drückt der Handelskrieg bereits auf das Wachstum beider Länder. Die USA haben China mit Sonderzöllen auf Waren im Wert von insgesamt 250 Mrd. Dollar (220 Mrd. Euro) überzogen - China reagierte mit Vergeltungszöllen im Wert von 60 Mrd. Dollar. Als Minimalziel hatte gegolten, die von den USA angekündigte Erhöhung eines Teils der Zölle von bisher zehn auf dann 25 Prozent abzuwenden.

Nächstes Treffen mit Kim Jong-un

Trump hat ein zweites Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un Anfang kommenden Jahres ins Spiel gebracht. Es sei möglich, dass die Zusammenkunft im Jänner oder Februar angesetzt werde, sagte Trump am Sonntag beim Rückflug vom G-20-Gipfel in Argentinien. Es würden drei Orte als Treffpunkt geprüft.

Eines Tages werde er Kim zudem in die USA einladen, sagte Trump weiter. "Wir kommen ziemlich gut miteinander zurecht. Wir haben eine gute Beziehung."

Trump und Kim hatten sich im Juni in Singapur getroffen - es war der erste US-nordkoreanische Gipfel seit Jahrzehnten. Beide Seiten hatten zuletzt an den Vorbereitungen für ein zweites Treffen gearbeitet.